NachrichtenAsiatische Hornisse in Deutschland – Sichtungen melden!

Die Asiatische Hornisse breitet sich in Deutschland aus und bedroht Bienenvölker – Behörden und Verbände rufen dazu auf,  Sichtungen von Nestern umgehend zu melden.

Asiatische Hornisse auf einer Blüte
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Die Asiatische Hornisse wird auch wenig schmeichelhaft "Killerhornisse" genannt. (Symbolbild)

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich in Deutschland weiter aus und rückt damit verstärkt in den Fokus von Imkerei, Landwirtschaft und Naturschutz. Seit dem ersten Nachweis im Jahr 2014 hat sich das invasive Insekt, das ursprünglich aus Südostasien stammt, in mehreren Bundesländern etabliert.

Ausbreitung in Deutschland

Inzwischen gilt die Asiatische Hornisse in Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen als heimisch. Darüber hinaus wurden auch in Hamburg, Bremen und Berlin einzelne Tiere nachgewiesen. Die weitere Entwicklung der Population wird aufmerksam beobachtet.

Gefahr für Bienenvölker

Besonders problematisch ist die Art für heimische Bienenvölker. Die Völker der Asiatischen Hornisse können bis zu 2.000 Tiere umfassen und sind damit deutlich größer als die der heimischen Hornisse, deren Staaten in der Regel höchstens 700 Individuen zählen. Der entsprechend hohe Bedarf an Nahrung – vor allem in Form anderer Insekten – stellt für Bienen eine erhebliche Bedrohung dar.

Aufruf zur Aufmerksamkeit

Der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, mahnt zur Wachsamkeit und richtet einen klaren Appell an die Imker:innen im Land. Diese sollten derzeit besonders auf mögliche Nester achten und Auffälligkeiten schnell melden.
„Auch wenn die Art in Mecklenburg-Vorpommern bislang noch nicht nachgewiesen wurde, müssen wir vorbereitet sein. Solange die Bäume noch nicht belaubt sind, sind mögliche Nester leichter sichtbar. Daher ist erhöhte Aufmerksamkeit sinnvoll, solange Blätter fehlen und die Tiere besser zu beobachten sind“, betont Backhaus.

Kritik an Eindämmungsmaßnahmen

Auch der Naturschutzbund NABU fordert die Behörden in bislang nicht betroffenen Bundesländern dazu auf, Maßnahmen zur Eindämmung konsequent umzusetzen. Gleichzeitig äußert der Verband Kritik an den bestehenden Vorgaben. Nach Einschätzung des NABU greifen die von der Regierung vorgesehenen Maßnahmen zu kurz und könnten teilweise sogar kontraproduktiv wirken.
Insbesondere eine Genehmigung zum Aufstellen von Fallen für Jungköniginnen berge die Gefahr, dass auch zahlreiche Jungköniginnen heimischer Hornissen- und Wespenarten getötet werden.

Sichtungen melden

Sichtungen der Asiatischen Hornisse können über verschiedene Online-Portale gemeldet werden. 

Eine zeitnahe Meldung gilt als wichtiger Baustein, um eine weitere Ausbreitung frühzeitig zu erkennen und gezielt darauf reagieren zu können.

Quellen: Ministerium Mecklenburg-Vorpommern, NABU
kcl