NachrichtenBfT-Frühjahrstagung: Impulse für die Tiergesundheit von morgen

Tiergesundheit im Umbruch – die Branche diskutiert Zukunft und Innovationen

Bildquelle: BfT
BfT-Vorsitzende Julia von Gablenz eröffnet die diesjährige Frühjahrsveranstaltung unter dem Titel „Erfahrung trifft Zukunft: Tiergesundheit im Wandel“

Rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, tierärztlicher Praxis, Ministerien und Politik kamen zur diesjährigen Frühjahrsveranstaltung des Bundesverbands für Tiergesundheit e.V. (BfT) in Bonn zusammen. Unter dem Leitmotiv „Erfahrung trifft Zukunft: Tiergesundheit im Wandel“ standen aktuelle Entwicklungen der Branche, Innovationspotenziale sowie politische Rahmenbedingungen im Fokus der Diskussionen.

BfT vor Standortwechsel

Die Veranstaltung markierte auch einen Einschnitt für den Verband selbst. Die BfT-Vorsitzende Julia von Gablenz kündigte einen bevorstehenden Umzug an und betonte die strategische Bedeutung: „Bonn war über viele Jahre ein gutes Zuhause für den Verbandssitz. Gleichzeitig sehen wir mit großer Freude der anstehenden Veränderung entgegen – denn im Juni zieht der BfT ins Herz von Berlin. Das ist nicht nur ein Meilenstein, sondern es ist ein starkes Signal für Vernetzung, Sichtbarkeit, Präsenz und kürzere Wege zu politischen Entscheidungsträgern und Behörden.“

Markt im Wandel: Trends und Treiber

Den inhaltlichen Auftakt gestaltete der Wirtschaftsexperte Dr. Jürg Baggenstoss (Stonehaven Cozmix Group). Er skizzierte die Entwicklung der Branche in den vergangenen Jahrzehnten und zeigte zentrale Trends auf: „In den letzten 30 Jahren hat sich die Industriedynamik stark verändert: Die Branche ist deutlich spezialisierter geworden, der Markt hat sich konsolidiert und zahlreiche innovative neue Produkte wurden entwickelt.“
Als prägende Entwicklungen für die Zukunft benannte er unter anderem eine zunehmende Verschiebung hin zum Heimtiermarkt, wachsende Nachfrage nach hochwertiger medizinischer Versorgung, veränderte Vertriebsstrukturen sowie die fortschreitende Konsolidierung von Tierarztpraxen. Zudem hob er den Einfluss von Künstlicher Intelligenz hervor – sowohl mit Blick auf Wertschöpfungsketten als auch auf Diagnostik und die Unterstützung tierärztlicher Tätigkeiten.
Innovation und Prävention gelten dabei als zentrale Wachstumstreiber. Neue Ansätze – etwa in der Impfprävention – können dazu beitragen, globale Herausforderungen wie One Health, Nachhaltigkeit oder den Fachkräftemangel aktiv anzugehen.

Forderung nach besseren Rahmenbedingungen

Wie Innovationen in der Tiergesundheit künftig gestärkt werden können, war Gegenstand einer Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Branche. Einigkeit bestand darin, dass geeignete Rahmenbedingungen erforderlich sind. Insbesondere wurden Deregulierung, Bürokratieabbau und eine einheitliche Umsetzung von Vorgaben durch Behörden als entscheidend hervorgehoben, damit sich Innovationspotenziale entfalten können.

Tierseuchen und Ernährungssicherung im Fokus

Ein weiteres Panel widmete sich den Herausforderungen rund um Tierseuchen, Ernährungssicherung und Krisenmanagement. Dabei wurde insbesondere die Bedeutung präventiver Maßnahmen betont. Sandra Quintero stellte klar: „Wir müssen an Tierseuchen anders herangehen und verstehen: Sie sind unberechenbar und gekommen, um zu bleiben. Deswegen ist Prävention die beste Medizin.“

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Im abschließenden Panel stand die Kooperation zwischen Tiergesundheitsunternehmen und tierärztlicher Praxis im Mittelpunkt. Mehrfach wurde bestätigt, dass beide Seiten partnerschaftlich zusammenarbeiten. Positives Feedback erhielt auch die Forderung des BfT nach der Einführung eines sogenannten E-Leaflets.
Zum Abschluss zog die BfT-Vorsitzende ein positives Fazit: „Die Diskussionen zeigen: Es gibt eine hohe Bereitschaft, nachhaltige Impulse für Innovation und Wachstum zu setzen. Dem wollen wir als Industrie nachkommen und den Stellenwert der Tiergesundheit, aber auch die Arbeit der Tierärzteschaft in der Gesellschaft sichtbarer machen.“

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.
kcl