TierschutzAfrikas Esel in Gefahr: Chinas Bedarf steigt weiter

In der Traditionell Chinesischen Medizin steigt der Bedarf an Eselhäuten – die Afrikanische Union versucht mit einem Handelsverbot dagegen vorzugehen.

Zwei graue Esel stehen in einer steinigen Landschaft mit einigen grünen Sträuchern.
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Seit knapp 10 Jahren gibt es in der Volksrepublik China einen rasant wachsenden Bedarf an Eseln.

Die Haltung von Eseln als Nutztier ist kein neuer Trend, sondern existiert von jeher weltweit. Dabei dienen Esel vorrangig der Fleisch- und Milchgewinnung. Besonders in Afrika werden sie aber als Arbeitstier gehalten, ohne die ein alltägliches Leben gerade in den entlegensten Regionen nicht denkbar ist.

Seit knapp 10 Jahren gibt es in der Volksrepublik China einen rasant wachsenden Bedarf an Eseln, vor allem für die Gewinnung von Eselhäuten. Der Bedarf stieg von rund 1,2 Mio. Eselhäuten im Jahr 2013 auf gut 5,9 Mio. in 2021 und wird für 2027 auf 6,8 Mio. geschätzt. Eselhaut ist reich an Kollagen, aus dem das sog. Ejiao produziert wird. Ejiao wird in der Traditionell Chinesischen Medizin (TCM) u.a. zur Stärkung und Kräftigung eingesetzt und ist seit einiger Zeit stark nachgefragt. Die Nachfrage ist sogar so groß, dass China den Bedarf aus der eigenen Eselhaltung nicht decken kann. Damit erstreckt sich die Suche nach Eseln über den gesamten Erdball, vorrangig über Afrika (mit rund 33 Mio. beheimateten Eseln) und Kolumbien, was dort zu massiven Problemen führt. Denn das lukrative und einträgliche Geschäft hat zur Folge, dass Esel unter schwierigsten, nicht artgerechten Bedingungen gehalten werden und das Tierwohl massiv beeinträchtigt wird.

Auch die Schlachtung geschieht häufig unter unwürdigen und unhygienischen Bedingungen. Diese Zustände führen zur Verbreitung von Krankheiten, auch Zoonosen (Gefährdung der Biosicherheit), fördern gleichzeitig den illegalen Handel von verbotenen Tierprodukten und zerstörten die Lebensgrundlage der Menschen (besonders der Frauen), die auf den Esel als Arbeits- und Transporttier angewiesen sind. Aus diesem Grund hat die Afrikanische Union im Februar 2024 ein Verbot des Handels mit Eselhäuten beschlossen. Wie wirksam dieses Verbot tatsächlich ist, hängt davon ab, wie stark der illegale Handel verfolgt und unterbunden werden kann.

Quellen (nach Angaben von):
Reports on the donkey skin trade | The Donkey Sanctuary
Afrika stoppt den Handel von Eselhäuten mit China - Welthungerhilfe

(JD)