
Die kanine Babesiose, eine potenziell lebensbedrohliche Infektionskrankheit des Hundes, tritt zunehmend auch in Deutschland auf. Verantwortlich für die Übertragung ist die Wiesenzecke (Dermacentor reticulatus), die sich in den vergangenen Jahren in vielen Regionen Deutschlands etabliert hat.
Nach Angaben von Veterinärmedizinerinnen und Veterinärmedizinern der Freien Universität Berlin wird die Ausbreitung der Zeckenart vermutlich durch klimatische Veränderungen sowie weitere Faktoren wie zunehmende Brachflächen, steigende Wildtierbestände und den Import infizierter Hunde aus dem Ausland begünstigt.
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Parasiten zerstören rote Blutkörperchen
Nach der Infektion vermehren sich die Erreger der Babesiose in den roten Blutkörperchen des Hundes. Dies führt zu deren massenhafter Zerstörung.
Typische klinische Symptome sind
- Mattigkeit
- Appetitlosigkeit
- hohes Fieber
- blasse Schleimhäute infolge einer Blutarmut
- dunkel verfärbter Urin durch ausgeschiedenen Blutfarbstoff.
Die Diagnose erfolgt anhand einer tierärztlichen Untersuchung einer Blutprobe. Ohne rechtzeitige Therapie verläuft die Erkrankung häufig tödlich.
Zunehmend schwere Erkrankungsfälle
Wie die Freie Universität Berlin berichtet, müssen in der dortigen Kleintierklinik seit einigen Jahren vermehrt Hunde mit Babesiose intensivmedizinisch behandelt werden. Ähnliche Entwicklungen werden auch aus zahlreichen Kliniken und Praxen in Berlin und Brandenburg berichtet.
Um eine Infektion zu vermeiden, empfehlen die Expertinnen und Experten einen wirksamen Zeckenschutz. „Wer einmal einen akut an Babesiose erkrankten Hund gesehen hat, wird nicht vergessen, wie sehr die Tiere leiden. Die gute Nachricht ist: Mit einem kontinuierlich aufgefrischten Zeckenschutz lässt sich eine Erkrankung zuverlässig vermeiden“, sagt Prof. Dr. Georg von Samson-Himmelstjerna, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin am Fachbereich Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin.
Ganzjähriger Zeckenschutz empfohlen
Für den Schutz vor Zecken stehen verschiedene zugelassene Präparate zur Verfügung. Die enthaltenen Wirkstoffe wirken entweder repellierend oder töten die Parasiten ab. Erhältlich sind die Produkte als Halsband, Spot-on-Präparat, (Kau-)Tablette oder Injektion.
Da die Wirkung je nach Produkt zwischen einem Monat und einem Jahr anhält, sind regelmäßige Wiederholungsbehandlungen erforderlich. Weil die Wiesenzecke ganzjährig aktiv sein kann, empfehlen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Freien Universität Berlin einen lückenlosen Zeckenschutz über das gesamte Jahr.
Von Hausmitteln raten Fachleute ab
Von vermeintlich natürlichen Schutzmitteln wie Kokosöl, Knoblauch oder ätherischen Ölen raten die Expertinnen und Experten ab. Für diese Produkte sei eine ausreichende Wirksamkeit gegen Zecken nicht belegt. Zudem könnten einzelne Mittel gesundheitsschädlich für Hunde sein.
Quelle: Freie Universität Berlin
kcl



