
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verleiht den Ursula M. Händel-Tierschutzpreis 2026 an Prof. Dr. Christa Thöne-Reineke von der Freien Universität Berlin. Die Auszeichnung ist mit 80.000 Euro dotiert und zählt zu den höchstdotierten Preisen dieser Art in Deutschland. Thöne-Reineke teilt sich den Preis mit Prof. Dr. Birgit Schittek von der Universität Tübingen. Die Preisverleihung ist für den 2. Oktober 2026 in Berlin geplant.
Würdigung eines Lebenswerks im Tierschutz
Mit der Auszeichnung ehrt die DFG das langjährige Engagement der Veterinärmedizinerin für den Tierschutz in der Forschung. Im Fokus steht dabei insbesondere ihr Beitrag zur Weiterentwicklung des sogenannten 3R-Prinzips (Replace, Refine, Reduce), das auf die Vermeidung, Verbesserung und Verringerung von Tierversuchen abzielt. Nach Angaben der Jury habe Thöne-Reineke „sich in allen Etappen ihrer wissenschaftlichen Laufbahn sowohl in Forschung und Lehre als auch in institutioneller Verantwortung für die Integration und Implementierung von Tierschutzmaßnahmen in der Forschung eingesetzt“. Der Preis sei damit auch als Anerkennung ihres jahrzehntelangen Wirkens im Bereich des Tierschutzes zu verstehen.
Fokus auf Refinement und innovative Methoden
Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Verbesserung von Versuchsbedingungen im Sinne des Refinements. Sie entwickelte unter anderem Verfahren, mit denen sich Belastung und Wohlbefinden von Versuchstieren objektiv und nichtinvasiv erfassen lassen. Dazu zählen auch KI-gestützte Ansätze, die Verhaltens- und Körperparameter ohne Eingriff analysieren. Neben ihrer Forschung engagiert sich Thöne-Reineke in Gremien, Ethikkommissionen und als Beraterin für Behörden sowie politische Entscheidungsträger auf nationaler und internationaler Ebene.
Engagement in Lehre und wissenschaftspolitischen Strukturen
Die Wissenschaftlerin ist seit 2014 Professorin für Tierschutz, Tierverhalten und Versuchstierkunde an der Freien Universität Berlin und leitet das gleichnamige Institut. Darüber hinaus bringt sie sich in zahlreiche wissenschaftliche Netzwerke und Organisationen ein, darunter der wissenschaftliche Beirat des Bundesinstituts für Risikobewertung und der Tierschutzbeirat des Bundes. Auch in der Nachwuchsförderung setzt sie Akzente, etwa durch Lehrangebote und Mentoringprogramme, mit denen tierschonende Methoden und Alternativen zu Tierversuchen vermittelt werden.
Preis für nachhaltige Verbesserungen im Tierschutz
Der Ursula M. Händel-Tierschutzpreis wird von der DFG an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, die sich nachhaltig für Verbesserungen im Tierschutz einsetzen. Im Mittelpunkt stehen Entwicklungen, die Tierversuche ersetzen, reduzieren oder verfeinern. Der Preis geht auf die Initiative der Stifterin Ursula M. Händel zurück, die sich intensiv für den Tierschutz engagierte und insbesondere Verbesserungen in der Forschung voranbringen wollte
Quelle: Freie Universität Berlin
kcl