
Beim diesjährigen bpt-Kongress vom 27. bis 29. November am neuen Standort im RheinMain CongressCenter (RMCC) in Wiesbaden trafen sich rund 1600 Teilnehmende zu einer rundum gelungenen Veranstaltung.
Neuer Kongressort beeindruckt
Das RMCC beeindruckte die Teilnehmenden mit warmer und heller Atmosphäre, kurzen Laufwegen sowie bester Ausstattung und einem großartigen Umfeld im Herzen Wiesbadens. Nicht nur die Nähe zum Bahnhof und den Hotels überzeugte, sondern auch, dass der Wiesbadener Sternschuppenmarkt direkt ums Eck lag. „Wir freuen uns, dass trotz des neuen Standorts so viele Teilnehmende und Ausstellerfirmen den Weg nach Wiesbaden gefunden haben. Die Stimmung beim bpt-Kongress war selten so positiv und energiegeladen und wir bedanken uns bei allen, die dazu beigetragen haben.“ so bpt-Präsident Dr. Siegfried Moder.
GOT-Diskussion mit positiven Zukunftsaussichten
Berufspolitisches Highlight des bpt-Kongresses war die Diskussion zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Tiermedizin und der Evaluierung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). bpt-Geschäftsführer Heiko Färber präsentierte zunächst Zahlen der aktuell laufenden Blitzumfrage zur wirtschaftlichen Lage der Praxen. Die Lage wird von gut 70% der Teilnehmenden als positiv eingeschätzt. Die Gehälter der Angestellten wurden in rund 60% der Praxen deutlich erhöht. Allerdings planen lediglich ein gutes Drittel der Teilnehmenden größere Investitionen. Das lässt darauf schließen, dass die Zukunft eher vorsichtig angegangen wird.
Das Eingangsstatement von Staatsminister Ingmar Jung - Hessischer Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat – machte Mut. Er versicherte, dass ordentliche Leistung Geld koste und mehr Bürokratie keine Option sei. Aus dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) berichtete der zuständige Leiter der Abteilung 3 "Lebensmittelsicherheit, Tiergesundheit", Prof. Dr. Eberhard Haunhorst, dass die Evaluierung ergebnisoffen sei. Zunächst werde das Gutachten abgewartet. Klar sei, dass das bisherige Niveau nicht unterschritten werden könne, insbesondere, wenn es eine positive Gehaltsentwicklung in der Tiermedizin geben solle.
Mit seiner Entschuldigung für die unter seinen Vorgängern in der FN entstandene Petition gegen die GOT setzte Prof. Dr. h.c. Martin H. Richenhagen, Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, ein starkes Zeichen für den Wunsch zur Zusammenarbeit. Sein Hauptanliegen war die Teilbarkeit der Hausbesuchsgebühr, die bereits im BMLEH geprüft wird, nachdem ein entsprechender Vorschlag von BTK und bpt vorgelegt worden war.
Den beiden praktizierenden Tierärzten in der Diskussion, Dr. Siegfried Moder, bpt-Präsident und Dr. Kai Kreling, Vorsitzender der GOT-Kommission der Bundestierärztekammer (BTK), war es ein Anliegen, dass die GOT erhalten bleibt. Sie diene sowohl als Instrument der Preisfindung für Tierärzt*innen als auch als Werkzeug der Transparenz. Tierhaltendende würden zudem vor überhöhten Preisen geschützt. Alle Beteiligten waren sich einig, dass Lösungen nur durch konstruktiven Austausch gefunden werden können.
Preise für 2 bpt-Durchstarterinnen
Auch die Preisverleihung für den bpt-Durchstarter des Jahres 2025 wurde in dem festlichen Rahmen vorgenommen. Die Auszeichnung würdigt Tierärzt*innen, die mit ihren innovativen Projekten und Ideen innerhalb der ersten 8 Berufsjahre bedeutende Impulse für die tiermedizinische Praxis gesetzt haben und so einen nachhaltigen Einfluss auf die tägliche Arbeit in Kliniken, Praxen und bei der Betreuung von Tieren und ihren Besitzer*innen ausgeübt haben.
Wegen der guten Qualität der Beiträge hatte die Jury entschieden, gleich 2 Preise zu vergeben. Gewinnerinnen des mit jeweils 1000 € dotierten Preises sind Dr. Deborah Wimmer alias „Dogtor Debbie“ mit ihrem Instagram-Kanal sowie Dr. Kim Hege mit ihrer Wissensplattform.
Vielfältige Vorträge mit aktuellen Themen
Insgesamt herrschte in gut besetzten Vortragssälen eine sehr positive Stimmung. Die Fachvorträge überzeugten durch Aktualität und den direkten Bezug zur Praxis. Da berichtete zum Beispiel Prof. Dr. Wolfgang Heuwieser (Cornell University), wie evidenzbasierte Rindermedizin den schnellen Weg in die Praxis finden kann, oder Dr. Philipp Winkels (Erftstadt) erklärte eindrücklich die unterschiedlichen Standpunkte von Klinikern, Radiologen und Gutachtern zum Thema Hüftgelenksdysplasie.
Auch nicht-fachliche, aber assoziierte und hochaktuelle Themen wie der ökologische Fußabdruck von Haustieren oder die Krisenvorsorge im Bereich der Lebensmittelversorgung waren vertreten und rundeten das Programm ab.
Junge Teilnehmende im Fokus
Mit dem Studierendentag am Kongressfreitag, der Verleihung des bpt-Durchstarters und der Bovi-Challenge lag der Fokus auch auf jungen Teilnehmenden. Die Forschungspreise Rind und Schwein des Fördervereins praktische Tiermedizin e.V. lenkten das Augenmerk auf wissenschaftliche Arbeiten junger Tierärzt*innen, die einen besonderen Beitrag zum jeweiligen Fachgebiet leisteten. Mit der Bovi-Challenge wurde am Studierendentag wieder ein Impuls zur Auseinandersetzung mit der Nutztierpraxis gegeben. Die im letzten Jahr gestartete Initiative der Fachgruppen Rind und Junges Netzwerk im bpt ging in die zweite Runde. Im spielerischen Wettstreit traten Teams der veterinärmedizinischen Fakultäten gegeneinander an und präsentierten ihre Umfrage-Ergebnisse. Mit knappem Vorsprung verteidigte das Team der LMU München seinen Titel.
Save the date
Der bpt-Kongress im nächsten Jahr wird vom 19. bis 21. November 2026 stattfinden
Quelle (nach Angaben von):
(JD)


