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Mit einem Hund muss man bei jedem Wetter raus, auch wenn es gerade sehr kalt ist. Doch gerade im Winter fragen sich Hundehalter*innen, ob ihr Vierbeiner vielleicht frieren könnte oder ob Streusalz schlecht für die Pfoten ist. Wir geben Tipps für einen sicheren und warmen Gassigang im Winter.
Ab wann ist es zu kalt?
Sich täglich zu bewegen ist für Hunde unverzichtbar. Doch was, wenn es sehr kalt ist? Sind dann lange Spaziergänge auch noch möglich?
Hierzu sagt der britische Tierarzt Dave, der für den Pet Health Club als Tierarzt arbeitet, dass tägliche Spaziergänge für Hunde zwar wichtig sind, extreme Kälte aber auch ein ernsthaftes Risiko darstellen könne. Damit Hundehalter*innen besser einschätzen können, welche Temperaturen kritisch sind, hat Dave eine Art Leitfaden zur Orientierung veröffentlicht.
Generell gelten für Hunde Temperaturen zwischen 12–19°C als ideal. Ab 7–4°C sollten Halter*innen dann aufmerksam werden, da kleine Hunde, Welpen und Tiere mit dünnerem Fell frieren könnten, so Dave. Bei Temperaturen zwischen 4 und -1°C kann es für kleine, junge, alte oder kurzhaarige Hunde bereits riskant werden – Spaziergänge sollten dann kürzer ausfallen und genau beobachtet werden, ob der Hund zittert oder Unterkühlungsanzeichen zeigt.
Sinken die Temperaturen weiter, steigt die Gefahr einer Unterkühlung deutlich, besonders für kleine oder kranke, sowie nasse Hunde. Ab -12°C empfiehlt der Tierarzt schließlich nur noch sehr kurz mit dem Hund rauszugehen.
Wie erkenne ich, ob mein Hund friert?
Hunde, die frieren, zeigen unterschiedliche Symptome. Dazu zählen unter anderem:
- (starkes) Zittern
- eingezogene Rute
- abwechselndes Anheben der Pfoten
- langsamer und eher steifer Gang
Sollte man eines oder mehrere der Symptome beobachten, sollte man den Spaziergang lieber verkürzen und möglichst zeitnah wieder ins Warme gehen.
Schutz vor eisigen Temperaturen
Damit es erst gar nicht zum Frieren kommt, empfehlen Expert*innen angemessene Schutzmaßnahmen.
Hundemäntel
Wasserabweisende und atmungsaktive Hundemäntel sind kein modisches Accessoire, sondern gerade für kleine oder ältere Tiere nützlich. Aber auch Hunde mit kurzem Fell oder ohne Unterwolle können von einem Mantel profitieren.
Beim Kauf sollte unbedingt auch die richtige Größe geachtet werden. Der Mantel darf nicht scheuern oder einschnüren, aber auch nicht zu locker sitzen, da der Hund dann nicht genug gewärmt wird oder an Gegenständen hängen bleiben kann.
Weiterhin ist es wichtig den Hund schrittweise an das Tragen eines Mantels zu gewöhnen, sollte er diesen noch nicht kennen.
Pfotenschutz
Aber nicht nur Kälte kann für Hunde im Winter gefährlich sein – auch Streusalz, Split, Schneematsch und scharfkantiges Eis zählen dazu. Diese können zu Reizungen und Verletzungen der Hundepfoten führen, weswegen ein Pfotenschutz notwendig sein kann.
Vor allem Streusalz ist ein großes Problem, da es die Pfoten austrocknet, Risse verursacht und beim Ablecken zu Magenproblemen führen kann. Um dem vorzubeugen, sollten die Pfoten vor dem Spaziergang mit einem fetthaltigen Balsam eingerieben und nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser gründlich abgespült werden, um Salzreste zu entfernen. Dabei empfiehlt es sich, auf möglichst rein pflanzliche und schadstofffreie Pflegeprodukte zu achten.
Tipp zum Nachlesen
Darüber hinaus sollten die Pfoten regelmäßig kontrolliert werden, insbesondere bei Hunden mit empfindlichen oder rissigen Ballen. Zudem kann es in der Stadt für diese Hunde sinnvoll sein, bei Schnee und Eis Hundeschuhe zu tragen, da sie vor Salz und scharfkantigem Untergrund schützen. Zusätzlich sollte das über die Ballen hinauswachsende Fell gekürzt werden, damit sich Schnee und Eis nicht festsetzen können. Besonders bei langhaarigen Hunden könnten sich sonst schmerzhafte Eisklumpen bilden.
Insgesamt hilft eine Kombination aus vorbeugender Pflege, angepassten Spaziergängen und regelmäßiger Kontrolle dabei, die Hundepfoten gesund und schmerzfrei durch den Winter zu bringen.
Sicher durch den Winter – abschließende Tipps
Während einige Hunderassen Schnee und Eis problemlos meistern, geraten andere bereits bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt an ihre Grenzen. Wer die persönlichen Bedürfnisse seines Hundes berücksichtigt, geeignete Hilfsmittel wie Hundemantel und Pfotenschutz einsetzt und aufmerksam auf Anzeichen von Kälte reagiert, sorgt dafür, dass die Winterzeit für Mensch und Tier sicher und entspannt verläuft.
Kurz zusammengefasst
- Lieber mehrere kurze Spaziergänge machen als einen sehr langen.
- Auf Anzeichen achten, ob ein Hund friert.
- Einigen Hunden (kleine oder alte Tiere) einen geeigneten Mantel anziehen, damit sie nicht frieren.
- Hundepfoten vor Streusalz und ähnlichem mit Vaseline oder Hundeschuhen schützen.
- Pfoten nach dem Spaziergang mit warmem Wasser abspülen.
Quelle (nach Angaben von):
Gassi im Winter: Tierarzt verrät klare Temperatur-Grenzen für Hunde
Gassi gehen im Winter: Wann friert der Hund?
Bundestierärztekammer e.V.
Tiere bei Kälte im Winter - Deutscher Tierschutzbund
(JD)


