TierhaltungÖsterreich führt den Hundeführerschein ein

Ab 2026 ist für alle Hundehalter*innen in Österreich der Besitz eines Hundeführerscheins Pflicht.  Auch wer bereits einen Hund besitzt, muss den Sachkundenachweis erbringen. 

Ein Beagle ist auf einem Spaziergang mit siener BEsitzerin. Der Hund ist an der Leine angebunden und schaut zu seiner Besitzerin hinauf. Die Person trägt eine Jeans und rote Schuhe.
Maria Sbytova/stock.adobe.com
Mit dem Hundeführerschein sollen auch unüberlegte Spontankäufer verhindert werden. - Symbolbild

Anders als in Deutschland, wo der Hundeführerschein Ländersache ist, wird er ab 2026 für alle Hundehalter*innen in Österreich zur Pflicht. Er ist gebunden an mehrere Prüfungen und setzt sich aus einem 4-stündigen theoretischen Teil zusammen, der noch vor der Anschaffung des Hundes absolviert werden muss. Ihm folgt innerhalb der ersten 12 Monate nach Anschaffung ein 2-stündiger Praxisteil. Abgefragt werden die gesetzlichen Vorgaben, Impfungen sowie Kosten und Erziehung des Hundes.   

Ziel des Ganzen ist es, Spontankäufe von Hunden zu vermeiden, oder auch, dass Hunde gedankenlos verschenkt werden. Bei unseren Nachbarn gilt diese Pflicht für alle Hundehalter*innen. Also auch solche, die bereits einen Hund besitzen, müssen innerhalb einer bestimmten Frist den Sachkundenachweis erbringen. 

In Deutschland gilt bislang nur der Sachkundenachweis für einige als gefährlich definierte Hunderassen und ist länderunterschiedlich verpflichtend. Ein einheitlicher Katalog hierzu oder gar eine bundesweite Verpflichtung existiert jedoch nicht, sondern ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. 

Niedersachsen ist die große Ausnahme: Hier wird bereits seit 2013 von allen Hundehalter*innen ein Hundeführerschein verlangt, der an ein ähnliches Prozedere wie in Österreich geknüpft ist. Jäger*innen, die eine Brauchbarkeitsprüfung mit ihrem Hund absolviert haben, sind von der Pflicht befreit. 

Bremen fordert ab dem 01.07.2026 von allen, die sich einen neuen Hund anschaffen wollen, den Sachkundenachweis. Auch in Baden-Württemberg ist ab 2026 die Einführung eines Hundeführerscheins geplant. Daneben existieren freiwillige Hundeführerscheine, die anerkannt sind und Vorteile bringen, etwa in der Vergünstigung der Hundesteuer oder bei der Leinenpflicht. Dabei gelten diese Vorteile jedoch nur im eigenen Bundesland. 

Quellen (nach Angaben von):
Hundeführerschein bald Pflicht: Das kommt auf Hundehalter zu (pirsch.de)
Hundeführerschein: Senat beschließt neues Gesetz über das Halten von Hunden (senatspressestelle.bremen.de)
Umsetzung eines verpflichtenden Sachkundenachweises für Hundehalter:innen in Baden-Württemberg (mlr.baden-wuerttemberg.de)

(IR)