NachrichtenTierärztestatistik 2025: Strukturwandel setzt sich fort

Die Zahl der Tierärzt*innen wächst weiter – doch immer weniger entscheiden sich für die eigene Praxis.

Schild Tierarztpraxis
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Trotz steigender Zahlen: Herausforderungen für tierärztliche Versorgung bleiben. (Symbolfoto)

Die Zahl der Tierärzt*innen in Deutschland ist weiter gestiegen. Zum 31. Dezember 2025 waren 46.089 Tierärzt*innen Mitglied einer Landes- beziehungsweise Tierärztekammer – ein Plus von 444 approbierten Tierärzt*innen im Vergleich zum Vorjahr. Der Frauenanteil bleibt hoch: Insgesamt lag er bei 66,8 Prozent, unter den aktiv tierärztlich Tätigen sogar bei 71,7 Prozent.

Strukturwandel in der Berufsausübung

Trotz des quantitativen Wachstums zeigt die aktuelle Tierärztestatistik deutliche Veränderungen in der Berufsstruktur. „Die Zahlen zeigen, dass die Tiermedizin ein attraktiver Beruf bleibt. Gleichzeitig bestätigen sie die seit einigen Jahren zu beobachtende Veränderung der Berufsstruktur. Immer weniger Tierärzt*innen entscheiden sich für die eigene Niederlassung, während angestellte Tätigkeiten weiter zunehmen“, erklärt Ltd. VD Dr. Holger Vogel, Präsident der Bundestierärztekammer (BTK).

Diese Entwicklung spiegelt sich insbesondere im Vergleich zwischen selbstständig tätigen und angestellten Tierärzt*innen wider. Die Zahl der Niedergelassenen sank 2025 auf 11.216 (Vorjahr: 11.264). Gleichzeitig nahm die Zahl der angestellten Tierärzt*innen von 11.990 auf 12.125 zu.

Rückgang bei Praxen, stabile Klinikzahlen

Auch die Struktur der tierärztlichen Einrichtungen verändert sich. In den meisten Kammerbezirken ging die Zahl der Tierarztpraxen im Jahr 2025 zurück. Die Zahl der tierärztlichen Kliniken blieb dagegen weitgehend stabil.

Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund einer alternden Berufsgruppe besonders relevant: Die Zahl der Kammermitglieder ab 60 Jahren ist erneut gestiegen. Damit verschärft sich die Frage der Praxisnachfolge sowie die Organisation von Notdiensten und die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung.

Regionale Versorgungsrisiken

Aus Sicht der BTK reicht ein Blick auf die Gesamtzahl der Tierärzt*innen nicht aus, um die Versorgungslage zu bewerten. Entscheidend sei die konkrete Verteilung und Arbeitsform. „Ein reiner Blick auf die Gesamtzahl der Tierärzt*innen reicht nicht aus. Entscheidend ist, wo und in welchen Arbeitsformen Tierärzt*innen tätig sind. Wenn Praxen keine Nachfolge finden oder immer weniger Kolleg*innen eine eigene Niederlassung übernehmen möchten, kann das regional zu Versorgungsengpässen führen – insbesondere in ländlichen Räumen und in der Nutztierpraxis“, erläutert Dr. Vogel.

Entwicklungen in weiteren Tätigkeitsfeldern

Die Zahl der aktiv tierärztlich Tätigen stieg 2025 nur leicht. Während die Anzahl der im Ausland tätigen Tierärzt*innen wieder auf das Niveau von 2021 zurückging, wuchs die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst weiter. Auch in Privatwirtschaft und Industrie wurde ein leichter Anstieg verzeichnet.

Strukturelle Herausforderungen bleiben bestehen

Die Tierärztestatistik weist keinen einheitlichen bundesweiten Tierärztemangel nach. Sie macht jedoch mehrere strukturelle Herausforderungen deutlich: einen Rückgang der Selbstständigkeit, regionale Unterschiede bei den Praxiszahlen, eine alternde Berufsgruppe sowie steigende Anforderungen an Arbeitszeitmodelle, Notdienste und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Forderung nach besseren Rahmenbedingungen

Vor diesem Hintergrund fordert die Bundestierärztekammer angepasste Rahmenbedingungen für die tierärztliche Tätigkeit. „Wir brauchen Rahmenbedingungen, die tierärztliche Tätigkeit in allen Bereichen attraktiv halten – in der Praxis, im öffentlichen Veterinärdienst, in der Wissenschaft und in der Industrie. Dazu gehören planbare Arbeitszeiten, eine verlässliche Finanzierung tierärztlicher Leistungen und moderne Praxis- und Kooperationsmodelle“, verdeutlicht der BTK-Präsident.

Die Tierärztestatistik wird jährlich auf Basis der Mitgliederdaten der Landes- und Tierärztekammern erhoben. Ergänzende Angaben zu Studierenden stammen von den veterinärmedizinischen Bildungsstätten.

Quelle: Bundestierärztekammer
kcl