EktoparasitenBehandlung und Kontrolle von Flöhen bei Hunden und Katzen

Ein Flohbefall kann sehr belastend sein und nach Therapie kommt es nicht selten zu einer Reinfestation. Eine umfassende Behandlungsstrategie ist daher besonders wichtig.

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Eine getigerte Katze sitzt draußen vor einem roten Backsteinhaus und putzt sich.
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Hunde und Katzen mit einer Flohinfestation zeigen je nach Alter, Immunstatus, Intensität und Dauer des Befalls unterschiedlich stark ausgeprägte klinische Symptome.

Flohbefall bei Hund und Katze

Bei Hunden, Katzen und anderen Säugetieren tritt ein Flohbefall relativ häufig auf. In Europa kommen unterschiedliche Floharten vor, wobei sowohl Katzen als auch Hunde überwiegend einen Befall mit Ctenocephalides felis (Katzenfloh) aufweisen. Immer wieder kommen jedoch auch Infestationen mit Ctenocephalides canis (Hundefloh) und Archaeopsylla erinacei (Igelfloh) vor. Seltener ist ein Befall mit Ceratophyllus gallinae oder Echidnophaga gallinacea (Geflügelflöhe), Spilopsyllus cuniculi (Kaninchenfloh), Pulex irritans (Menschenfloh) oder anderen Floharten zu beobachten.

Zoonotisches Potenzial

Viele Floharten sind nur wenig wirtsspezifisch, weshalb auch Menschen betroffen sein können. Es gilt zu beachten, dass Flöhe als Vektoren verschiedener Krankheitserreger wie Rickettsia felis und Bartonella henselae (Katzenkratzkrankheit) dienen, die durch Flohstiche auf den Menschen übertragbar sind. Zudem gelten Flöhe als Zwischenwirte des GurkenkernbandwurmsDipylidium caninum. Eine Infektion erfolgt durch Verschlucken infizierter Flöhe. Neben Hunden und Katzen stecken sich sehr selten auch Menschen mit dem Gurkenkernbandwurm an [1].

Biologie und Entwicklungszyklus der Flöhe

Flöhe (Siphonaptera) gehören zur Klasse der Insekten. Adulte Flöhe sind 1 – 6 mm lang, haben einen seitlich abgeplatteten Körper und sind flügellos. Die Insekten besitzen stechende Mundwerkzeuge, mit denen sie Blutmahlzeiten auf ihrem Wirt zu sich nehmen. Ihre charakteristischen, kräftigen Hintergliedmaßen befähigen sie zu weiten Sprüngen und erleichtern ihnen den Befall weiterer Wirte. Verschiedene Floharten lassen sich mikroskopisch durch die unterschiedlich ausgeprägten Stachelkämme (Ctenidien) voneinander unterscheiden.

Um einen Flohbefall nachhaltig zu bekämpfen, ist die Kenntnis des Entwicklungszyklus der Insekten von Vorteil. Die Mehrheit der Flohpopulation (Eier, Larven, Puppen) befindet sich in der Umgebung des Wirtstiers, während die adulten Stadien (Imagos) auf dem Tier den geringeren Teil ausmachen [Abb. 1]. Sowohl weibliche als auch männliche C.-felis-Imagos verbleiben lebenslang (bis zu 5 Monaten) auf dem gleichen Wirt, saugen täglich Blut und reproduzieren sich dort. Ohne den Wirt sind sie nur wenige Tage lebensfähig. Adulte Stadien anderer Floharten verbleiben hingegen nur zeitweise auf dem Wirt. Eine Artbestimmung kann mitunter hilfreich sein, um den Ursprung der Infestation auszumachen und entsprechende Bekämpfungsmaßnahmen einzuleiten.

C.-felis-Weibchen legen ungefähr 48 Stunden nach der Infestation durchschnittlich 20 Eier pro Tag auf dem Wirtstier ab. Nachfolgend fallen die 0,5 mm langen, perlenartigen weißen Eier ab und verbleiben in der Umgebung.

Sind die Umgebungsbedingungen ideal, schlüpfen nach wenigen Tagen bis einer Woche die beinlosen 1. Larven (L1) aus den Eiern. Diese ernähren sich vom bluthaltigen Kot der Imagos sowie abgestorbenem Material der Haut wie Hautschuppen und entwickeln sich über 2 Häutungen bis zur 3. Larve (L3). Diese Larven haben die Eigenschaft, sich vom Licht wegzubewegen (negative Phototaxie) und sind empfindlich gegenüber Austrocknung. Daher verkriechen sich die L3 in dunkle Habitate mit einer hohen Luftfeuchtigkeit, z. B. in Bodenspalten oder unter Teppichen und Kissen. Zurückgezogen verpuppen sich die 3. Larven in einem Kokon. Je nach den Gegebenheiten (Temperatur und Luftfeuchtigkeit) schlüpfen die adulten Flöhe direkt oder verharren bei schlechten Umweltbedingungen weiterhin im Schutz des Kokons. In letzterem Fall sind Flöhe bis zu 6 Monaten gegen einige Insektizide geschützt, was bei der Bekämpfung zu beachten ist.

Reife Flöhe schlüpfen, wenn sie Unterschiede in der CO2-Konzentration, Temperaturveränderungen, Erschütterungen und Druckreize wahrnehmen. Diese Reize zeigen einen möglichen Wirt in der Nähe an, auf dem die Flöhe schnell mit der Blutaufnahme beginnen können.

Die Dauer des Entwicklungszyklus der Flöhe vom Ei bis zum adulten Floh ist stark abhängig von den Umgebungsbedingungen und kann von 14 Tagen unter idealen Bedingungen bis zu 140 Tagen bei ungünstigeren Gegebenheiten dauern. Optimale Bedingungen für eine schnelle Entwicklung sind:

  • warme Temperaturen (27 – 32 °C) ohne direkte Sonneneinstrahlung
  • eine hohe Luftfeuchtigkeit (> 50%)

In der Außenwelt ist die Entwicklung damit von der Jahreszeit abhängig. Bei niedrigen Temperaturen sterben Eier, Larven und Puppen innerhalb weniger Tage. Liegt die relative Luftfeuchtigkeit jedoch bei 75%, können über die Hälfte der Adulten auch bei niedrigen Temperaturen überleben. Erst unter dem Gefrierpunkt sterben alle Entwicklungsstadien innerhalb von 5 Tagen ab. Bei einer Luftfeuchtigkeit von unter 50% gehen Larven trotz optimaler Temperaturen nach einem Tag zugrunde [1].

Merke

In beheizten Innenräumen liegen gute Umweltbedingungen vor, um die ganzjährige Entwicklung von Flöhen zu ermöglichen; deshalb sollte das ganze Jahr über an einen Ektoparasitenschutz gedacht werden [1].

Von den Symptomen zur Diagnose

Hunde und Katzen mit einer Flohinfestation zeigen je nach Alter, Immunstatus, Intensität und Dauer des Befalls unterschiedlich stark ausgeprägte klinische Symptome wie:

  • Juckreiz, besonders ausgeprägt bei Flohspeichelallergiedermatitis (FAD)
  • Dermatitiden (v. a. im Bereich des Rutenansatzes, sie können sich jedoch über den Bauch und die Hintergliedmaßen ausbreiten)
  • Sekundärinfektionen (z. B. Bakterien oder Pilze) an zuvor geschädigten Hautarealen, etwa durch Kratzen
  • Anämie bei massiver Infestation; besonders anfällig dafür sind alte, junge und immungeschwächte Tiere

Merke

Da Flöhe unterschiedliche Krankheitserreger (Rickettsia felis, Bartonella henselae, Dipylidium caninum) übertragen können, sollten bei einem Flohbefall und entsprechenden Symptomen auch vektorübertragene Erkrankungen in Betracht gezogen und mitbehandelt werden.

Flohspeichelallergiedermatitis (FAD)

Das Immunsystem von Tieren, die mit Flohspeichel in Kontakt gekommen sind, ist sensibilisiert. Bei einem erneuten Flohbefall zeigen diese nach Kontakt mit dem Antigen u. U. Symptome einer FAD. Zu beobachten sind:

  • ein stark ausgeprägter Juckreiz
  • Alopezie
  • Papeln
  • erythematöse Hautveränderungen
  • Krustenbildung

In der Folge können Pyodermie, Seborrhoe, Akanthose, Hyperkeratose sowie Lichenifikation auftreten.

Merke

Eine Hypersensitivitätsreaktion kann bereits bei Kontakt zum Speichel weniger Flöhe auftreten, weshalb bei Tieren mit FAD eine nachhaltige Flohbekämpfung zu empfehlen ist.

Diagnosestellung

Um eine Infestation zu diagnostizieren, ist eine ausführliche Anamnese maßgeblich. Unter Umständen sind adulte Flöhe bereits adspektorisch am Tier festzustellen. Durchkämmt man das Fell des Tiers mit einem Flohkamm, lassen sich – wenn vorhanden – adulte Flöhe sowie Flohkot finden. Das ausgekämmte Material kann auf einem angefeuchteten Stück Papier oder Gaze zerrieben werden. Im Flohkot befindliches, unverdautes Blut hinterlässt rötlich-braune Spuren auf dem Papier, was einen Flohbefall nachweist – auch wenn zum Zeitpunkt der Untersuchung keine Imagos auf dem Tier zu finden sind. Diese Methode ist eine schnelle, kostengünstige, zuverlässige und sensitive Möglichkeit der Diagnosestellung. Durch eine mikroskopische Untersuchung adulter Flöhe lässt sich mit etwas Übung die Flohart bestimmen.

Tiere mit einer FAD zeigen häufig ein intensives Putzverhalten, wodurch nicht immer Flöhe auf dem Wirt nachweisbar sind. Zwar besteht die Möglichkeit, Allergietests durchzuführen, diese sind jedoch nicht der Goldstandard der Diagnostik und nur bei einem positiven Ergebnis aussagekräftig. Bei typischen Symptomen, dem Nachweis von Flöhen oder Flohkot auf dem Tier und dem Ansprechen auf eine entsprechende Behandlung ist von einer FAD auszugehen [1].

Behandlungsempfehlungen bei einem Flohbefall

Für Hunde und Katzen steht eine Vielzahl an Präparaten zur Therapie einer akuten Infestation und Prophylaxe eines erneuten Ektoparasitenbefalls zur Verfügung.

Die meisten Ektoparasitika haben eine über Wochen anhaltende Wirkung und können als

  • Spot-on-Präparat [Tab. 1],
Wirkstoffgruppe Wirkstoff Zulassung Wirkung und Wirkdauer Besonderheiten
Avermectine Selamectin Hund, Katze 4 Wochen adultizid und larvizid, 3 Wochen ovozid geeignet zur Behandlung der FAD
Phenylpyrazolverbindungen Fipronil Hund, Katze je nach Präparat 5 – 8 Wochen insektizid geeignet zur Behandlung der FAD
  Pyriprol Hund 4 Wochen insektizid  
Neonicotinoide Imidacloprid Hund, Katze 4 Wochen insektizid und larvizid geeignet zur Behandlung der FAD
  Dinotefuran Hund, Katze insektizid Wirkung durch Kontakt innerhalb von 2 Stunden nach Anwendung
Juvenilhormon-Analoga Pyriproxifen Hund, Katze Wachstumshemmer, larvizid, ovozid Wirkung durch Kontakt
Pyrethroide Permethrin Hund bis zu 4 Wochen insektizid meist in Kombination mit anderen Wirkstoffen, nicht bei Katzen anwenden!
Isoxazoline Sarolaner Katze 5 Wochen insektizid  
  Fluralaner Hund, Katze 12 Wochen insektizid geeignet zur Behandlung der FAD
  Esafoxolaner Katze 4 Wochen gegen Flöhe und 4 – 5 Wochen gegen Zecken  

  • (Kau-)Tablette [Tab. 2],
Wirkstoffgruppe Wirkstoff Zulassung Wirkung und Wirkdauer Besonderheiten
Isoxazoline Afoxolaner Hund 5 Wochen insektizid  
  Fluralaner Hund 12 Wochen insektizid geeignet zur Behandlung der FAD, auch als Injektionssuspension (Wirkdauer: 1 Jahr, [Tab. 4])
  Lotilaner Hund, Katze 1 Monat insektizid geeignet zur Behandlung der FAD
  Sarolaner Hund 5 Wochen insektizid  
Neonicotinoide Nitenpyram Hund, Katze insektizid, keine Langzeitwirkung ergänzende Behandlung unreifer Floh-Stadien nötig

  • Halsband [Tab. 3] oder
Wirkstoffgruppe Wirkstoff Zulassung Wirkung und Wirkdauer Besonderheiten
Neonicotinoide (und Pyrethroide) Imidacloprid (und Flumethrin) Hund, Katze 7 – 8 Monate insektizid, 10 Wochen larvizid geeignet zur Behandlung der FAD
Organophosphat-Verbindungen Diazinon Hund, Katze Dauerhalsband für ca. 5 Monate am Tier  
Carbamate Propoxur (ggf. in Kombination) Hund, Katze bis zu 4 Monate insektizid Wirkung durch Kontakt innerhalb weniger Stunden nach Anwendung

  • Injektion [Tab. 4]
Wirkstoffgruppe Wirkstoff Zulassung Wirkung und Wirkdauer
Isoxazoline Fluralaner Hund bis zu 1 Jahr

verabreicht werden [1], [2].

Zudem ist eine topische Behandlung von Hunden und Katzen mit Shampoos oder Sprays möglich. Zu beachten ist jedoch, dass das Carbamat Propoxur und das Neonicotinoid Nitenpyram insektizid (adultizid) wirken und keine Langzeitwirkung haben. Eine ergänzende Behandlung unreifer Flohstadien in der Umgebung ist daher nötig [2].

Viele Präparate enthalten mehrere Wirkstoffe, wodurch sie sowohl als Therapie als auch als Prophylaxe einer Infestation eingesetzt werden können.

Info

Da Flöhe als Überträger von D. caninum fungieren können, ist bei einem nachgewiesenen Befall eine parallele anthelminthische Behandlung des Tiers ratsam.

Bei einem starken Flohbefall kann eine wiederholte Behandlung u. U. sinnvoll sein. Wichtig ist zudem, alle sich im Haushalt befindlichen Tiere in die Behandlung mit einzubeziehen.

Umgebungsbehandlung

Bei der Bekämpfung einer Infestation ist zu berücksichtigen, dass sich der Großteil der Flohentwicklungsstadien in der Umgebung der Wirte befindet. Eine regelmäßige Anwendung von Ektoparasitika tötet adulte Flöhe vor der Eiablage, wodurch weniger unreife Stadien in die Umgebung des Wirts gelangen. Tägliches Saugen von Liege- und Schlafplätzen der Haustiere sowie das Waschen von Kissen und Decken reduziert die Zahl unreifer Flohstadien in der Umgebung.

Bei einem starken Flohbefall mit hohem Risiko einer Reinfestation kann es hilfreich sein, Entwicklungshemmer gegen die Flohstadien in der Umgebung einzusetzen. Dafür eignen sich sowohl Pestizide, die in Form von Verneblern oder Sprays zum Einsatz kommen, als auch Arzneimittel für die Anwendung am Wirtstier [1].

Richtige Anwendung von Ektoparasitika

Um einen Flohbefall zielgerichtet zu bekämpfen, ist es nötig, Tierhaltenden genau zu erklären, wie sie die Ektoparasitika richtig anwenden. Je nach Arzneimittel sterben die Flöhe erst 4 – 12 Stunden, nachdem sie Blut gesaugt haben. Manche Insektizide wirken jedoch unmittelbar durch Kontakt mit den Flöhen und ihren Entwicklungsstadien, wodurch die insektizide Wirkung schnell nach Anwendung eintritt.

Außerdem ist die Wahl der passenden Darreichungsform für das entsprechende Tier maßgeblich für die gewünschte Wirkung des Ektoparasitikums. Kommen Spot-on-Präparate zum Einsatz, kann sich die Wirkung durch häufiges Baden oder Schwimmen der Tiere verkürzen. Entsprechende Hinweise sind der Gebrauchsinformation zu entnehmen. Des Weiteren gilt es, einige Tage nach der Anwendung auf Baden in Seen und Flüssen zu verzichten, da die Wirkstoffe toxisch für Insekten, Fische und Crustacea sind [2].

Hochdosierte synthetische Pyrethroide, die lediglich für Hunde zugelassen sind, sind giftig für Katzen. Entsprechend sollten sie nicht bei Katzen und in Haushalten, in denen Hunde und Katzen zusammenleben, auch nicht bei Hunden Anwendung finden, da nach einer entsprechenden äußerlichen Behandlung des Hundes enger Kontakt für die Katze gefährlich sein kann. Eine Ausnahme bildet hier Flumethrin, das zur Anwendung bei Katzen in Form von Halsbändern zugelassen ist.

Die für das jeweilige Präparat angegebenen Dosierungen, Behandlungsabstände und Gebrauchsanweisungen gewährleisten eine zielgerichtete und sichere Flohbekämpfung.

Prophylaxe und fortlaufende Maßnahmen – die richtige Beratung

Ein Flohbefall kann mitunter die Mensch-Tier-Beziehung stark belasten und stellt für Patientenbesitzer*innen eine Herausforderung dar. Eine auf die Situation und das individuelle Infestationsrisiko angepasste Bekämpfungsstrategie ist daher maßgeblich, um eine Infestation zu behandeln sowie einem erneuten Flohbefall vorzubeugen.

Tiere mit minimalem Infestationsrisiko

Ein minimales Infestationsrisiko besteht bei Tieren mit begrenztem Freigang und ohne Kontakt zu anderen Tieren. Die empfohlene Maßnahme ist die regelmäßige Fellpflege, wenn möglich mit einem Flohkamm. Fällt dabei ein Flohbefall auf, ist u. U. eine einmalige Behandlung ausreichend.

Tiere mit moderatem Infestationsrisiko

Ein moderates Infestationsrisiko haben Tiere mit regelmäßigem Freigang und Kontakt zu anderen Tieren. Ratsam ist in diesem Fall die regelmäßige Anwendung eines geeigneten Ektoparasitikums. Zusätzlich sollten Schlaf- und Liegeplätze des Tiers regelmäßig gereinigt und gewaschen werden. Ein Präparat zur Umgebungsbehandlung (Pestizid) kann zusätzlich sinnvoll sein [1]. Für die Abgabe von Bioziden, die unter die ChemBiozid-Durchführungsverordnung fallen, ist seit Januar 2025 ein Sachkundenachweis erforderlich [3].

Tiere mit hohem, anhaltendem Risiko einer Reinfestation

Ein hohes, anhaltendes Risiko einer Reinfestation liegt bei Tieren in Tierheimen, Zuchten, Mehrtierhaushalten und bei Jagdhunden vor. Es besteht die Empfehlung zu einer ganzjährigen integrierten Flohbekämpfung, die eine kombinierte Anwendung geeigneter Insektizide am Tier und die tägliche Reinigung mit Absaugen der Aufenthaltsplätze der Tiere einschließt. Zusätzlich sollten geeignete Produkte für die Umgebung Anwendung finden.

Tiere mit FAD

Sind allergische Reaktionen der Tiere bekannt und ist eine FAD diagnostiziert worden, gilt es, den Kontakt mit dem Antigen (Flohspeichel) zu vermeiden, um klinischen Symptomen vorzubeugen. Hierzu empfiehlt sich eine kontinuierliche Flohbekämpfung mit der Anwendung von Insektiziden am Tier, kombiniert mit geeigneten Maßnahmen zur Umgebungsbehandlung. Leben mehrere Tiere im Haushalt, sind diese in die Behandlung mit einzubeziehen.

Aufklärung der Tierhaltenden

Es ist wichtig, die Maßnahmen zur Behandlung und Prophylaxe einer Flohinfestation klar zu kommunizieren. Dies schließt die sachgemäße und zeitlich passende Anwendung von wirksamen Ektoparasitika ein.

Merke

Patientenbesitzer*innen sollten unbedingt auf die Anwendung von Hausmitteln oder natürlichen Mitteln zur Flohbekämpfung verzichten.

Um eine möglichst gute Compliance zu erzielen, ist es hilfreich, Tierbesitzende über die Wege einer Reinfestation (insbesondere bei Freigängertieren) aufzuklären. Damit einher geht die Reinigung der Umgebung, bei der einige Punkte zu beachten sind. Liege- und Schlafplätze der Tiere sollten sowohl im Innen- als auch im Außenbereich (und in Fahrzeugen) abgesaugt und die fest verschlossenen Staubsaugerbeutel über den Hausmüll entsorgt werden. Das Waschen von Kissen, Decken, Kuscheltieren und anderen Materialien bei über 60 °C tötet die Entwicklungsstadien der Flöhe zuverlässig ab. Das Gleiche lässt sich durch Einfrieren der Textilien über mehrere Tage erreichen [1].

Bei einem starken Flohbefall kann aufgrund der geringen Wirtsspezifität auch der Mensch befallen werden, wobei die Übertragung der genannten Zoonosen möglich ist. Sind Tierhaltende mit Flöhen befallen, so ist die Behandlung aller im Haushalt lebenden Tiere sowie ggf. der Umgebung nötig.

Fazit

Um bei einem Flohbefall richtig zu agieren und Infestationen vorzubeugen, ist eine auf die Situation und das individuelle Risiko angepasste Bekämpfungsstrategie ratsam. Patientenbesitzer*innen sollten über die strikt durchzuführenden hygienischen Maßnahmen ausführlich aufgeklärt werden. Zwar treten Infestationen gehäuft im Sommer und Herbst auf, jedoch kommen auch im Winter Flohbefälle vor, was eine ganzjährige Ektoparasitenprophylaxe in gefährdeten Haushalten zur Folge haben sollte. Diese Maßnahme ist besonders für Tiere mit einer FAD wichtig. Der Expertenrat European Scientific Counsel Companion Animal Parasites (ESCCAP) gibt in der ESCCAP-Empfehlung Nr. 3 „Bekämpfung von Ektoparasiten (Zecken, Milben, Flöhe, Läuse, Haarlinge, Sand- und Stechmücken) bei Hunden und Katzen“ eine Übersicht zur Behandlung und Prophylaxe eines Flohbefalls und anderer Ektoparasitosen.

  1. ESCCAP Deutschland. Bekämpfung von Ektoparasiten (Zecken, Milben, Flöhe, Läuse, Haarlinge, Sand- und Stechmücken) bei Hunden und Katzen. Deutsche Adaption der ESCCAP-Empfehlung Nr. 3. (02.2022). www.esccap.de/v2/wp-content/uploads/2022/02/2-2022-Ektoparasiten-Empfehlung-3.pdf Stand: 06.06.2025
  2. Vetidata. Veterinärmedizinischer Informationsdienst für Arzneimittelanwendung, Toxikologie und Arzneimittelrecht. vetidata.de Stand: 17.03.2025
  3. Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt). Tierärzte müssen leider Sachkundenachweis für Biozide erbringen (17.12.2024). www.tieraerzteverband.de/bpt/aktuelles/meldungen/2024/2024_12_17_-ChemBiozidV.php Stand: 05.04.2025
     

Der Originalbeitrag zum Nachlesen: 

Samson-Himmelstjerna, G., Watta, M. Behandlung und Kontrolle von Flöhen bei Hunden und Katzen.kleintier konkret 2025; 28(04): 20-26. DOI: 10.1055/a-2619-3113

(JD)