TierschutzIllegaler Heimtierhandel nimmt wieder zu

Neue Auswertung zeigt steigende Fall- und Tierzahlen im Jahr 2025.

deutscher schäferhund welpe in kofferraum
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Die Zahl der Fälle illegalen Heimtierhandels ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. (Symbolbild)

Der illegale Handel mit Heimtieren bleibt ein ernstes und wachsendes Problem. Eine aktuelle Auswertung des Deutschen Tierschutzbundes zeigt, dass im Jahr 2025 mindestens 2.250 Tiere in 257 dokumentierten Fällen entdeckt wurden. Besonders häufig waren Hunde betroffen. Die tatsächliche Dimension dürfte jedoch deutlich größer sein, da viele Fälle unentdeckt bleiben.
Sowohl die Zahl der Fälle als auch die Anzahl der betroffenen Tiere ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Damit nimmt auch das Leid der Tiere zu, die oft unter schlechten Bedingungen gezüchtet und in vielen Fällen zu jung und damit illegal transportiert werden.
„Der skrupellose Handel mit Hunden und Katzen geht unaufhörlich weiter. Nach den Rekordzahlen während der Coronapandemie und einem Rückgang nach der Pandemie beobachten wir aktuell wieder eine steigende Tendenz. Zudem werden auch viele Wildtiere verschiedenster Arten illegal transportiert“, erklärt Dr. Romy Zeller, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund.

Forderung nach strengeren Regeln

Angesichts der Entwicklung fordert der Deutsche Tierschutzbund ein Verbot des Onlinehandels mit Tieren oder zumindest strengere gesetzliche Vorgaben. Händler sollten verpflichtet werden, ihre Identität offenzulegen, und Plattformbetreiber müssten Inserate vor der Veröffentlichung prüfen.
Als wichtigen Schritt bewertet der Verband die auf EU-Ebene beschlossene verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung von Hunden und Katzen. Diese soll die Rückverfolgbarkeit verbessern und damit den illegalen Handel, insbesondere mit Welpen, eindämmen.

Rassetiere besonders betroffen

Unter den 2025 sichergestellten Tieren befanden sich 598 Hunde, bei denen es sich häufig um beliebte Rassen wie Zwergspitz, Malteser oder Pudel handelte. Darüber hinaus wurden 56 Katzen sowie 1.596 Tiere anderer Arten registriert. Dazu zählten unter anderem Landschildkröten, Vogelspinnen, Koikarpfen und verschiedene Vogelarten. Auch exotische Säugetiere wie sechs Affen, zwei Zebras, ein Serval und eine Antilope wurden entdeckt.
Die meisten Fälle wurden in Bayern, Sachsen und Hamburg aufgedeckt. Als Ursprungsländer der Tiere wurden überwiegend Rumänien und Bulgarien identifiziert. Rumänien war dabei bereits zum zehnten Mal in Folge das häufigste Herkunftsland.

Tierheime zunehmend überlastet

Der illegale Handel verschärft auch die Situation in den Tierheimen. Viele der beschlagnahmten Tiere sind krank und benötigen intensive tiermedizinische Versorgung. Dadurch entstehen hohe Kosten, die die Einrichtungen zusätzlich belasten.
Der Deutsche Tierschutzbund sieht hier die Politik in der Verantwortung. Zwar wurden im Koalitionsvertrag finanzielle Hilfen für Tierheime angekündigt, im Bundeshaushalt für 2026 sind jedoch keine entsprechenden Mittel vorgesehen.

Quelle: Der Deutsche Tierschutzbund
kcl