HeimtierMehr Struktur im Vogelheim fördert Gesundheit und Wohlbefinden

Mehr Platz, klare Strukturen und durchdachte Hygiene in der Voliere fördern die Gesundheit und das Wohlbefinden von Ziervögeln.

Wellensittiche in Voliere
© K.Oborny/Thieme
Je nach Größe der Voliere genügt es, täglich besonders verschmutzte Bereiche zu reinigen und wöchentlich eine Grundreinigung durchzuführen. (Symbolbild)

Eine saubere Voliere dient weniger der Optik als vielmehr der Gesundheit von Ziervögeln. Struktur, geeignete Ausstattung und eine durchdachte Planung tragen entscheidend dazu bei, Stress zu reduzieren und das Wohlbefinden der Tiere zu fördern. Darauf weist der aktuelle Pressedienst des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) hin.

Artgerechte Gestaltung statt sterile Ordnung

Ziervögel übernehmen einen Großteil ihrer Körper- und Gefiederpflege selbst – vorausgesetzt, die Umgebung bietet dafür passende Voraussetzungen. Entscheidend ist dabei nicht eine minimalistisch aufgeräumte Voliere, sondern eine strukturreiche und abwechslungsreiche Umgebung. „Eine chaotisch aussehende, artgerechte Voliere mit viel Platz, verschiedenartigen Beschäftigungs- und Versteckmöglichkeiten dient der körperlichen und geistigen Gesundheit von Ziervögeln mehr als eine minimalistische, ‚ordentlich‘ aussehende, in der die Vögel sich langweilen“, erklärt Ziervogelexpertin Ann Castro.

Ausreichend Platz als Basis

Eine großzügig bemessene Voliere kommt nicht nur den Tieren zugute, sondern erleichtert auch Reinigung und Einrichtung. Darüber hinaus sind Mindestmaße gesetzlich geregelt. Castro verweist darauf, dass sich Behörden an unterschiedlichen Gutachten orientieren. Während ältere Vorgaben für ein Paar Wellensittiche deutlich kleinere Maße nennen, empfehlen neuere gutachterliche Stellungnahmen erheblich größere Volieren.

Hygiene beginnt bei der Planung

Bereits bei der Einrichtung sollte Hygiene mitgedacht werden. Zum einen brauchen Vögel Möglichkeiten zur Eigenpflege, etwa durch Badeangebote. Zum anderen ist die Platzierung von Futter- und Wassernäpfen relevant.
„Futter- und Wassernäpfe sollten sich nicht direkt unter Sitzplätzen befinden, damit keine Ausscheidungen in die Nahrung oder ins Trinkwasser gelangen“, so Castro.

Unterstützung der Eigenpflege

Bademöglichkeiten in Form flacher Wasserschalen oder – je nach Art – Duschen fördern die Haut- und Gefiederpflege und dienen zugleich der Beschäftigung. Zusätzlich spielen UV-Licht und eine ausgewogene Ernährung eine wichtige Rolle für ein gesundes Gefieder und ein stabiles Immunsystem.
Sitzstangen aus unbehandeltem Holz unterstützen außerdem die natürliche Krallen- und Schnabelabnutzung und müssen regelmäßig erneuert werden.

Sauberkeit im Umfeld der Voliere

Da viele Papageien und Sittiche ihr Futter verteilen, empfiehlt es sich, Böden und angrenzende Wände zu schützen. Auch Federstaub kann sich auf Oberflächen ablagern. Luftreiniger können hier entlasten, ersetzen jedoch nicht eine reduzierte Einrichtung ohne unnötige Dekoration. Zur Senkung potenziell krankmachender Keime trägt regelmäßiges Stoßlüften bei.

Regelmäßige Reinigung ohne Stress

Trink- und Badewasser sollten täglich gewechselt werden, ebenso das Futter. Dabei reicht ein bloßes Ausspülen der Näpfe nicht aus. „Ich empfehle, drei Schalen pro Platz zu verwenden: Eine ist in Verwendung, eine wird, im Idealfall bei 90 Grad in der Spülmaschine, gesäubert und eine ruht, bevor sie wieder verwendet wird“, rät Castro.
Je nach Größe der Voliere genügt es, täglich besonders verschmutzte Bereiche zu reinigen und wöchentlich eine Grundreinigung durchzuführen.

Keine Reinigungsmittel verwenden

Für die Reinigung selbst sind heißes Wasser und mechanisches Schrubben ausreichend. Auf chemische Reinigungsmittel sollte verzichtet werden. „Vögel nutzen ihren Schnabel wie eine zusätzliche Hand. Durch den Abrieb können sie dabei immer auch Chemikalien aus Reinigungsmitteln aufnehmen. Auch Duftstoffe können potenziell gefährlich sein und die empfindlichen Atemwege reizen“, warnt die Expertin.

Quelle: Industrieverband Heimtierbedarf (IVH)
kcl