
Tierheime in Deutschland sehen sich seit der Anpassung der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) zunehmend mit finanziellen Herausforderungen konfrontiert. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Deutschen Tierschutzbundes hervor. Hintergrund ist die im November 2022 in Kraft getretene Neufassung der GOT, deren Auswirkungen sich nun deutlich bemerkbar machen.
Kostensteigerungen seit der GOT-Novelle
Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes berichten fast 80 Prozent der befragten Tierheime von erheblichen Kostensteigerungen bei tierärztlichen Behandlungen. Seit 2022 seien die Ausgaben demnach um 30 bis 50 Prozent gestiegen, in einzelnen Fällen sogar darüber hinaus. Insgesamt hätten sich die Gebühren im Durchschnitt um 22 Prozent erhöht.
Zugleich wenden sich immer mehr Tierhalter an Tierheime, um Unterstützung bei der Begleichung von Tierarztkosten zu erhalten. „Rund 80 Prozent der befragten Tierschutzvereine bestätigen diesen Trend“, teilte der Verband mit.
Mehr Fundtiere, unklare Zuständigkeiten
Neben den steigenden Behandlungskosten geraten Tierheime auch durch eine wachsende Zahl an Fundtieren unter Druck. Rund 60 Prozent der Einrichtungen gaben an, zunehmend Tiere aufzunehmen, die vermutlich ausgesetzt wurden. Die Kosten für deren Versorgung würden jedoch nicht vollständig von den Kommunen gedeckt.
Spenden bleiben zentrale Stütze
Vor diesem Hintergrund betont der Deutsche Tierschutzbund die Bedeutung privater Unterstützung. „Ohne Spenden wäre in vielen Tierheimen längst das Licht aus“, sagte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Unterstützung durch den Bund fehle bislang.
Entlastung für Tierschutzeinrichtungen gefordert
An der Online-Befragung im vergangenen November beteiligten sich laut Tierschutzbund 501 Tierheime und Tierschutzvereine. Der Verband kündigte an, sich im Rahmen der für 2026 geplanten Neubewertung der Gebührenordnung für Entlastungen zugunsten von Tierschutzeinrichtungen einzusetzen.
Grundsätzlich stellt der Deutsche Tierschutzbund die GOT-Novelle jedoch nicht infrage. Sie sei wichtig, um Tierarztpraxen, Kliniken und Notdienste langfristig abzusichern. In Kombination mit gestiegenen Ausgaben für Energie und Futter habe sie Tierheime, Tierschutzvereine und Tierhalter jedoch stark belastet. Auch die Bundestierärztekammer hatte die Anpassung der Gebühren als „überfällig“ bezeichnet.
Quelle: Audiatur et altera pars: Höhere Tierarztkosten belasten Tierheime
kcl


