TierseuchenBTV-8 ist zurück: Wichtiges zur Krankheit & Impfung

Die Blauzungenkrankheit bleibt in Deutschland nach wie vor relevant. Was sollte man über die verschiedenen Serotypen wissen & wann sollte man seine Tiere impfen?

Eine Nahaufnahme einer Milchkuh zeigt wie sie sich mit ihrer langen Zunge über ihre Nase leckt. Dabei steht die Kuh gerade am Futter.
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Die Blauzungenkrankheit wird durch Gnitzen übertragen.

Seit einigen Wochen werden im Süden Deutschlands wieder vereinzelt Fälle von Blauzungenkrankheit gemeldet, die durch den Serotyp BTV-8 verursacht werden. Während in Deutschland bisher BTV-3 im Fokus stand, spielt in Frankreich BTV-8 schon länger eine Rolle. Auch in Österreich und der Schweiz wurden bereits BTV-8-Fälle diagnostiziert. Nun soll sich der Serotyp von den Nachbarländern auf Deutschland ausgebreitet haben.

Viele Halter*innen von Wiederkäuern stellen sich jetzt die Frage, wie groß das Risiko von BTV-8 ist. Aber auch wie sich der Serotyp von BTV-3 unterscheidet und ob eine Impfung empfehlenswert ist. Antworten darauf liefert die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet).

Aktuelles Geschehen

Zurzeit sind die Fallzahlen in Deutschland noch sehr gering. In den nächsten Wintermonaten erwarten Expert*innen sogar einen Rückgang der Infektionen durch sinkende Temperaturen und folglich auch eine sinkende Gnitzenaktivität. Es ist aber anzunehmen, dass sich BTV-8 auch im nächsten Jahr, sobald die Temperaturen wieder höher sind, weiter ausbreiten wird.

Das Ausmaß der BTV-8 Ausbreitung lässt sich allerdings noch nicht genau vorhersagen, da es von verschiedenen Faktoren wie Umgebungstemperatur und Immunstatus der Tiere abhängig ist. Derzeit besteht bei den meisten Rindern und Schafen in Deutschland kein ausreichender Schutz gegenüber BTV-8, da sowohl Infektionen mit dem Feldvirus als auch BTV-8-Impfungen bereits längere Zeit zurückliegen, so die Expert*innen. Daher könne das Risiko eines flächendeckenden Seuchenausbruchs – vergleichbar mit dem BTV-3-Geschehen im Jahr 2024 – nicht ausgeschlossen werden.

BTV-3 vs. BTV-8

Die beiden Blauzungen-Serotypen unterscheiden sich deutlich im Krankheitsgeschehen. Während BTV-3 bei Wiederkäuern zu einer hohen Sterblichkeit, massiven Leistungseinbußen und Missbildungen bei Kälbern führt, wurde bei den aktuell beobachteten BTV-8 Fällen vor allem über Fieber und Schleimhautulzerationen berichtet. Von Langzeitfolgen kann derzeit noch nicht berichtet werden.

Die Impfsituation in Deutschland

Im Hinblick auf die aktuelle und kommende Seuchelage, empfiehlt die StIKo Vet, zumindest in den derzeit eingerichteten Restriktionszonen, Rinder und Schafe gegen die Serotypen BTV-8 und BTV-3 zu impfen. Ziel sei dabei eine möglichst hohe Impfdichte zu erreichen, um das Risiko einer klinischen Erkrankung und weitere Ausbreitungen frühzeitig zu reduzieren. Zudem habe eine hohe Impfdichte auch Vorteile beim Transport von Tieren.

Keine Kreuzimmunität

Da es zwischen eng verwandten BTV-Serotypen zwar zu Kreuzreaktionen kommen kann, BTV-3 und BTV-8 aber nicht dazu zählen, ist eine Impfung gegen beide Seroytypen unbedingt anzuraten.

Noch kein Kombiimpfstoff verfügbar

Ein bivalenter Impfstoff gegen BTV-8 und BTV-4 sollte derzeit in ausreichender Menge verfügbar sein. Perspektivisch wäre die Aufnahme einer BTV-3 Komponente in zugelassene Impfstoffe mit Multi-Strain-Dossier äußerst wünschenswert, so die StIKo Vet.

Optimaler Impfzeitpunkt

Vergangenes Jahr setzte die starke Ausbreitung der Blauzungenkrankheit bereits Anfang Juli ein. Daraus lässt sich ein eindeutiges Zeitfenster für prophylaktische Maßnahmen ableiten: Die Tiere sollten 4 bis 6 Wochen vor dem zu erwartenden Beginn des Vektorenflugs geimpft sein.

Sollten 2 Impfungen im Abstand von 3 bis 4 Wochen erforderlich sein, ist ein entsprechend früher Impfstart notwendig. In diesem Fall sollte die Grundimmunisierung spätestens Anfang April beginnen. Ist hingegen nur eine Auffrischungsimpfung nötig, wird eine Impfung im April oder Mai empfohlen.

Quelle (nach Angaben von):

BTV-8 zurück in Deutschland: Muss ich als Landwirt jetzt impfen? | agrarheute.com
BTV-8 ist zurück in Deutschland

(JD)