
Nachdem mehrere Bundesländer eine erhöhte Sterblichkeit von Kranichen gemeldet hatten, ergaben die Untersuchungen der zuständigen Landesuntersuchungseinrichtungen einen starken Hinweis auf das Vorliegen einer aviären Influenzavirusinfektion („Vogelgrippe“). Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigte den Verdacht einer Infektion mit dem hochpathogenen aviären Influenzavirus des Subtyps H5N1 bei eingesandten Kranichproben aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen am 20.10.2025 in einer Pressemeldung.
Laut dem FLI, seien die derzeit auffallend betroffenen Kraniche nicht die einzige betroffene Wildvogelart; andere wilde Wasservogelarten wie Enten oder Gänse zeigen unter Umständen geringere Krankheitssymptome einer aviären Influenzavirusinfektion, auch weil sie bereits eine Teilimmunität entwickelt haben könnten.
Aktuelle Zahlen
Die aktuellen Fallzahlen der aviären Influenza ("Vogelgrippe") in Deutschland nach Angaben des Tierseuchennachrichtensystem des Friedrich-Loeffler-Institut:
Wild lebende Tiere:
- Aktive Fälle: 72
- Feststellungen dieses Jahr: 725
Gehaltene Tiere:
- Aktive Fälle: 70
- Feststellungen dieses Jahr: 52
Stand: 24.02.2026 12:55 Uhr
Ausbruch der Vogelgrippe im Vogelpark Walsrode
Update vom 24.02.2026: Am 17.02.2026 wurde bei 5 plötzlich verendeten Enten und Gänsen in einer separaten Meeresvögel-Voliere des Vogelparks Walsrode das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen. Als Auslöser wird ein Eintrag durch die Wildvogelpopulation vermutet. Der Tierbestand der betreffenden Voliere wurde eingeschläfert und Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen eingeleitet. Nicht nur bei den seuchenkranken Vögeln, sondern auch bei den klinisch gesund befundenen Tieren in der Meeresvogelanlage wurde Virusmaterial nachgewiesen, sodass eine eventuelle Chance auf Quarantänisierung nicht mehr möglich war. Proben von unmittelbar benachbarten Volieren seien hingegen (Virus-) negativ.
Nach aktuellen Angaben lieferte eine amtstierärztliche Kontrolle am 23.02.2026 des Wassergeflügelbestandes (v.a. Pelikane, Flamingos, Pinguine) und der Laufvögel keine Hinweise auf eine Ausweitung des Geflügelpest-Geschehens im Vogelpark.
Zoo Osnabrück: Vogelgrippe-Verdachtsfall bei verstorbenem Nandu
Update vom 24.02.2026: Bei einer pathologischen Untersuchung eines im Zoo Osnabrück verstorbenen Nandus wurde das Virus der Aviären Influenza diagnostiziert. Damit wurde am Freitag, den 20.02.2026 der amtliche Verdacht auf einen Ausbruch der Vogelgrippe festgestellt. Ob es sich tatsächlich um die hochpathogene Aviäre Influenza handelt, soll noch mittels Untersuchung durch das FLI geklärt werden.
Trotz umfassender Hygieneregeln sei es zu einem Eintrag des Virus gekommen. Die übrigen Nandus, die zusammen mit dem infizierten Vogel im Südamerika-Areal des Zoos gehalten wurden, mussten aus Gründen des Seuchenschutzes gestern eingeschläfert werden, berichtet der Zoo. Gleichzeitig wurden umgehend Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen eingeleitet, auf Basis derer, sowie vorbehaltlich weiterer Testungen der gehaltenen Vögel, derzeit davon ausgegangen werden kann, dass keine weitergehenden Maßnahmen für den übrigen, artenschutzrechtlich bedeutsamen Vogelbestand erforderlich sind.
Antikörper in Kuhmilch nachgewiesen
Update vom 28.01.2026: Nachdem eine Katze auf einem Milchbetrieb in der niederländischen Provinz Friesland an dem H5N1-Virus verstorben war, veranlasste die zuständige Veterinärbehörde eine Blut- und Milchentnahme von den dort lebenden Rindern. Bei einer Milchkuh wurden Antikörper gegen das Virus in der Milch nachgewiesen. Das Virus selbst konnte jedoch in keiner Probe nachgewiesen werden. Damit wird erstmals über eine Ausbreitung des Vogelgrippevirus auf Rinder außerhalb der Vereinigten Staaten berichtet.
Marburg-Biedenkopf: Auflagen aufgehoben
Update vom 08.01.2026: Der Landkreis Marburg-Biedenkopf veröffentlichte am 07.01.2026 eine Verfügung zur Aufhebung seiner Allgemeinverfügung zur Geflügelpest. Der Entfall aller Maßnahmen gilt somit ab heute, dem 08.01.2026. Hintergrund sei, dass seit Anfang November 2025 keine neuen Fälle der Vogelgrippe mehr im Kreis amtlich festgestellt wurden.
Vogelgrippe in Dresden nachgewiesen
Update vom 08.01.2026: In diesem Winter wurde erstmals die Vogelgrippe in Dresden nachgewiesen, berichtet der MDR. Der Erreger H5N1 wurde vom FLI bei 2 Graugänsen, welche zum Jahresende an der Kiesgrube Leuben tot aufgefunden worden waren, nachgewiesen.
Hamburger Störche in Spanien verstorben
Update vom 08.01.2026: Die Störche Alexander und Tobias aus Hamburg sind offenbar in Spanien an der Vogelgrippe verstorben, berichtet der Spiegel. Der Naturschutzbund Nabu erklärte, dass es die letzten Lebenszeichen der Störche, welche mit GPS-Sendern ausgestattet waren, am 10. und 11.12.2025 aus der Nähe von Madrid gab.
Vogelgrippe im Zoo Krefeld nachgewiesen
Update vom 08.01.2026: Der Krefelder Zoo teilte am 30.12.2025 mit, dass in der Weihnachtswoche ein Flamingo verstorben war. Das FLI konnte bei dem verstorbenen Tier den Subtyp H5N1 nachweisen, so der Zoo. Mit umfassenden Schutzmaßnahmen soll eine Verbreitung im Zoo verhindert werden.
Umweltminister in großer Sorge um Storch-Bestand
Update vom 23.12.2025: Der Nordrhein-Westfälische Umweltminister Oliver Krischer ist in Sorge um den Bestand an Störchen in NRW. Der Politiker sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag-Ausgabe): "Viele der Störche, die bei uns in Nordrhein-Westfalen brüten, halten sich derzeit in ihren Winterquartieren auf - auch in Spanien, wo die Vogelgrippe wütet" (Montag-Ausgabe) und fügte hinzu "Ich beobachte die Entwicklung und habe bedrückende Bilder gesehen". Er hoffe sehr, dass möglichst viele Störche zurückkehren.
Landkreis Havelland: Über 26.000 Hühner betroffen
Update vom 23.12.2025: Am 19.12.2025 teilte das MLEUV vom Land Brandenburg mit, dass im Landkreis Havelland in einem Betrieb mit einem Hühnerzuchtbestand von etwa 26.500 Tieren der Erreger H5N1 amtlich festgestellt worden ist. In dem Hühnerbetrieb waren zuvor erhöhte Tierverluste aufgetreten. Daraufhin hatte der Betriebsinhaber eine tierärztliche Untersuchung veranlasst und das Veterinäramt des Landkreises Havelland informiert. Die tierschutzgerechte Tötung und unschädliche Beseitigung des Bestandes sind mittlerweile abgeschlossen, so das MLEUV.
19.000 Puten in Roxförde gekeult
Update vom 15.12.2025: In einer Putenmastanlage in Roxförde wurden 19.000 Tiere gekeult, nachdem dort am Freitag die Vogelgrippe ausgebrochen war, berichtet die Zeit.
Zoo Leipzig: Tötung aller Krauskopfpelikane
Update vom 15.12.2025: Nachdem der Zoo Leipzig vergangene Woche zunächst eine Entwarnung ausgesprochen hatte, starb ein weiterer Krauskopfpelikan an dem Vogelgrippe-Virus und noch ein weiteres Tier erkannte. Das Veterinäramt habe zum Schutz des übrigen Vogelbestand am 12.12.2025 die Tötung der verbliebenen Krauskopfpelikane angeordnet, teilte der Zoo mit.
Zoodirektor Prof. Junhold sagt dazu: „Der Verlust der Pelikane ist bitter, aber notwendig. Wir werden weiterhin alles tun, um unseren Bestand und den Zoo zu schützen. Wir sind uns sicher, dass unsere Gäste die Maßnahmen ebenso mittragen und uns weiterhin unterstützen“.
Mecklenburg-Vorpommern: Minister fordert offene Debatte über Impfungen
Update vom 15.12.2025: Der Landtag Mecklenburg-Vorpommern hat am 11.12.2025 den Antrag der Fraktionen von SPD und DIE LINKE zur „Bekämpfung der Geflügelpest im Lichte des aktuellen Seuchengeschehens“ beraten. Hintergrund sind die relativ hohen Fallzahlen in Mecklenburg-Vorpommern und bundesweit.
Minister Backhaus betonte in der Debatte, dass die Geflügelpest eine ernste, aber beherrschbare Herausforderung darstelle. Die hohe Viruslast in der Wildvogelpopulation verdeutliche den immensen Infektionsdruck auf die Nutztierhaltungen und unterstreiche die Notwendigkeit konsequenter Biosicherheitsmaßnahmen in allen Betrieben. Zugleich verwies er auf die zentrale Verantwortung der Tierhalter*innen, die nach EU-Tiergesundheitsrecht verpflichtet sind, Biosicherheitskonzepte umzusetzen, Tiere regelmäßig tierärztlich überprüfen zu lassen und Verdachtsfälle unverzüglich zu melden. Angesichts der aktuellen Lage sei es jedoch geboten, zusätzlich über neue Wege nachzudenken. In Mecklenburg-Vorpommern möchte Backhaus deshalb eine offene Debatte über den möglichen Einsatz von Impfungen gegen die Geflügelpest anstoßen. Impfungen seien kein Ersatz für Biosicherheit, könnten aber perspektivisch eine Ergänzung darstellen, um den Infektionsdruck zu senken und die wirtschaftliche Stabilität der Geflügelbranche zu sichern. „Angesichts der diesjährigen Zahlen müssen wir offen darüber reden, ob Impfungen künftig Teil einer abgestimmten Strategie sein sollten. Nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung und unter Abwägung aller Vor- und Nachteile. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Bestände zu schützen, wirtschaftliche Schäden zu begrenzen und die Geflügelwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern möglichst resilient aufzustellen“, so Backhaus.
FLI veröffentlicht aktuelle Risikoeinschätzung
Update vom 12.12.2025: Das FLI veröffentlichte eine aktuelle Risikoeinschätzung zur Hochpathogenen Aviären Influenza H5und teilte mit, dass das Risiko für Infektionen bei Wildvögeln und gehaltenen Vögeln weiterhin als hoch eingestuft werde. Da das Seuchengeschehen von verschiedenen Faktoren wie Wetterlagen und möglichen Stammveränderungen abhängt, seien Vorhersagen für die nächsten Wochen schwierig, so das FLI.
Zoo Leipzig gibt Entwarnung
Update vom 12.12.2025: Der Leipziger Zoo teilte mit, dass keine weiteren Infektionen mit der Vogelgrippe nachgewiesen werden konnten. Zuvor war ein verstobener Krauskopfpelikan positiv auf das Virus getestet worden. Daraufhin wurden Teilbereiches des Zoos geschlossen und mehr als 350 weitere Vögel beprobt, teilte der Zoo mit.
Dazu sagt Zoodirektor Prof. Jörg Junhold: „Wir sind froh, dass wir gegenwärtig keine weiteren positiven Proben und Verluste zu verzeichnen haben. Unser Dank gilt allen Beteiligten im Zoo und dem zuständigen Veterinäramt für die schnelle und professionelle Zusammenarbeit”.
Gans im Augsburger Zoo mit Vogelgrippe infiziert
Update vom 10.12.2025: Bei einer Rothalsgans im Augsburger Zoo wurde das Vogelgrippe-Virus nachgewiesen, berichtet die Augsburger Allgemeine. Aus diesem Anlass seien durch das Veterinäramt diverse Maßnahmen zur Bekämpfung der Vogelgrippe veranlasst worden. Zu den Maßnahmen zählen die Untersuchung von Vögeln auf das Virus, eine Stallpflicht verschiedener Vogelarten, eine vorläufige Sperrung des Tropenhauses und Hygienemaßnahmen für das Personal.
Vogelgrippe im Zoo Leipzig
Update vom 08.12.2025: Der Leipziger Zoo teilte mit, dass der Verdacht auf Vogelgrippe vom zuständigen Referenzlabor bestätigt worden sei. Von dem Virus betroffen war ein toter Krauskopfpelikan. Bisher gäbe es keine weiteren Todesfälle oder Nachweise der Vogelgrippe, so der Zoo. Besucher*innen können trotz Einschränkungen weiterhin viele Bereiche des Zoos besuchen.
Katzen mit Vogelgrippe infiziert
Update vom 04.12.2025: Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin sind mehrere Fälle infizierter Katzen mit dem H5N1-Virus festgestellt worden. Die Tiere wurden nach Angaben des Landkreises in die Obhut des Amtes für Verbraucherschutz und Landwirtschaft genommen. Zuvor wurde in einem Waldgebiet nahe der Stadt Neuruppin eine Katze tot aufgefunden, die mit dem Erreger H5N1 infiziert war. In der Umgebung des Fundortes wurden ebenfalls tote Wildvögel entdeckt, die an der Vogelgrippe gestorben seien, berichtet der Landkreis.
Schutzmaßnahmen für Katzen
Welche Maßnahmen zum Schutz von Katzen getroffen werden können und wie Sie im Verdachtsfall handeln sollten, erfahren Sie hier.
Tauben sind zur Ausbreitung der Seuche nicht relevant
Update vom 03.12.2025: Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) weist darauf hin, dass nach derzeitigem wissenschaftlichen Erkenntnisstand des FLI Tauben bei der Weiterverbreitung des Vogelgrippe-Virus (H5N1) nicht relevant seien.
Nach wissenschaftlicher Einschätzung der Expert*innen des FLI gäbe es keine Hinweise darauf, dass Tauben zur Aufrechterhaltung oder Ausbreitung des Infektionsgeschehens beitragen. Obwohl auch Tauben grundsätzlich für das Virus empfänglich sind, treten Infektionen nur in sehr seltenen Einzelfällen auf. Zudem weisen die Ausscheidungen infizierter Tauben nur sehr geringe Mengen des Erregers auf, was eine Weiterverbreitung und Übertragung des Virus sehr unwahrscheinlich mach. Tauben gelten daher epidemiologisch als sogenannte „Sackgassenwirte“, da die niedrige Viruslast und die fehlende effiziente Ausscheidung eine Weiterverbreitung des Virus verhindern, berichtet das BMLEH.
Stallpflicht im Saarland aufgehoben
Update vom 01.12.2025: Am vergangenen Freitag, den 28.11.2025, wurde die Stallpflicht für Geflügel im Saarland aufgehoben. Vogel- und Geflügelhalter*innen des Bundeslandes wird jedoch weiterhin eine konsequente Einhaltung der Biosicherheit empfohlen. Zudem sollte der Kontakt zwischen Hausgeflügel und Wildvögeln möglichst verhindert werden, teilte das saarländische Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz mit.
Infizierter Geflügelhalter aus den USA verstirbt
Update vom 24.11.2025: Ein Geflügelhalter aus Washington, der mit dem Subtyp H5N5 des Vogelgrippe-Virus infiziert war, ist verstorben. Bei der Person habe es sich um einen älteren Mann mit Vorerkrankungen gehandelt. Der Mann war der erste bekannte Fall, welcher sich mit der Virusvariante infiziert hatte. Bisher seien keine weiteren Fälle bekannt.
Schweizer Zoos impfen gegen Vogelgrippe
Update vom 24.11.2025: Im Rahmen einer Studie wird im Zoo in Basel und 4 weiteren Schweizer Zoos gegen die Vogelgrippe geimpft, wie der SWR berichtet. In der Schweiz sind Impfungen gegen die Vogelgrippe bisher lediglich zu Forschungszwecken erlaubt. In Frankreich hingegen werde bereits seit Jahren geimpft, so der SWR.
Niedersachsen: Landtag diskutiert über Maßnahmen
Update 21.11.2025: Im Niedersächsischen Landtag wurde am 19.11.2025 intensiv über die bisher getroffenen und möglichen Maßnahmen im Hinblick auf die Seuchenlage diskutiert. Während die Agrarministerin Miriam Staudte (Bündnis 90/Die Grünen) sich gegen eine landesweite Stallpflicht zur Bekämpfung der Vogelgrippe aussprach, kritisierte der Abgeordnete Marco Mohrmann (CDU) zuvor das Agieren der Landesregierung und forderte eine flächendeckende Aufstallungspflicht. Staude wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass sie „zügig, aber besonnen und mit Augenmaß" agieren würden.
Impfung gegen Vogelgrippe: Bundeslandwirtschaftsminister dämpft Erwartungen
Update 13.11.2025: Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer verwies auf mögliche Probleme, die mit Impfungen potenziell einhergehen könnten, und dämpfte damit die Erwartungen an deren Einsatz, berichtet das Nachrichtenportal Stern. Rainer verwies dabei auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis und die möglichen Handelsrestriktionen. Außerdem teilte der Bundeslandwirtschaftsminister mit, dass mithilfe einer Umfrage bei Handels- und Geflügelverbänden ermittelt werden sollen, wie diese zu einer Impfung gegen die Vogelgrippe stehen.
Zuständige Labore am Limit
Update 13.11.2025: Der MDR berichtet, dass die aktuelle Seuchenlage die zuständigen deutschen Labore stark beansprucht. Aufgrund der Auslastungen könne es insbesondere bei der Untersuchung von Wildvögeln zu Verzögerungen kommen, da die Untersuchung von Verdachtsfällen in Geflügelhaltungen Vorrang habe.
Abschuss kranker Kraniche erlaubt
Update 11.11.2025: In mehreren Regionen wurden Ausnahmegenehmigungen erteilt, wodurch an der Vogelgrippe erkrankte Wildvögel wie Kraniche abgeschossen werden dürfen. Zu den Regionen zählen u.a. der Landkreis Oldenburg, Verden, Heidekreis und Stade.
In einer Mitteilung des Landkreis Verden wird erklärt, dass die erkrankten Kraniche nach Angaben der unteren Naturschutzbehörde im Sterbeprozess schwer leiden. Sie taumeln und können nicht flüchten. Zum Teil liegen die Kraniche mit ausgebreiteten Flügeln auf den Wasserflächen und ertrinken allmählich. Für die Vögel gäbe es keine Hilfe oder Therapie.
Ausbrüche in Geflügelbetrieben – Landkreis Stade richtet Schutzzonen ein
Update, 05.11.2025: Der Landkreis Stade gab in einer Meldung bekannt, dass in einem Geflügelmastbetrieb in der Samtgemeinde Fredenbeck die Vogelgrippe nachgewiesen wurde und etwa 10.000 Tiere unter amtlicher Aufsicht getötet wurden. In einer weiteren Meldung vom 04.11.2025 wurde mitgeteilt, dass in einem weiteren Geflügelbetrieb in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten die Geflügelpest nachgewiesen wurde, hier wurden etwa 6.700 Tiere unter amtlicher Aufsicht und tierschutzgerecht getötet.
Aus diesem Anlass wurde um beide betroffenen Betrieb herum sowohl eine Schutzzone im Umkreis von 3km um als auch eine Überwachungszone im Umkreis von 10km eingerichtet.
Zoos & Tierparks schützen sich
Update, 05.11.2025: Laut Bericht des NDR 1 Niedersachsen, reagieren auch Zoos und Tierparks mit Maßnahmen zum Schutz der dort lebenden Vögel. Im Zoo Hannover werden alle Vögel nur noch in den Stallungen gefüttert, der Vogelpark Walsrode hat einen Großteil seiner Vögel bereits in die Winterquartiere gebracht und der Tierpark in Nordhorn habe jedes Tier vor dem Einstallen untersucht, berichtet der NDR1.
Auswirkungen der Vogelgrippe auf die deutsche Landwirtschaft
Update, 05.11.2025: In einem Bericht des Hit Radio FFH wird über die Bedeutung der Vogelgrippe für die landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland berichtet. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Geflügelfleisch und von Hühnereiern ist 2024 auf einen Höchstwert angestiegen. Die aufgrund der Vogelgrippe vorsorglich getöteten Tiere machen bisher jedoch nur einen Bruchteil des Geflügelbestandes in Deutschland aus, berichtet Hit Radio FFH.
Stallpflicht in Hamburg und Teilen von NRW
Update, 31.10.2025: In Hamburg wurden bislang 3 Fälle von Geflügelpest bei Wildvögeln festgestellt. Seit dem 31.10.2025 gilt jetzt auch in Hamburg eine Stallpflicht für Geflügel. Diese betrifft Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse. Die Tiere dürfen nur in geschlossenen Ställen oder entsprechend gesicherten Vorrichtungen gehalten werden.
Ebenso gilt diese Stallpflicht in den Kreisen Kleve und Wesel in Nordrhein-Westfalen.
Von dieser Stallpflicht sind auch Tiere in Hobbyhaltungen betroffen. Bei Verstößen drohen Bußgelder.
Virologe warnt vor Pandemie
Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet, dass der Virologe Klaus Stöhr vor einer erneuten Pandemie gewarnt habe, aufgrund der schnellen Ausbreitung der Vogelgrippe in Deutschland.
Prinzipiell habe das Virus H5N1 alles, um eine Pandemie auszulösen, sagte der langjährige Leiter des Influenza-Programms der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Mittwochausgabe). Stöhr sprach sich daher dafür aus, Vorsorge zu treffen. So sollten Impfstoffe entwickelt, weltweit die Pandemiepläne auf den neuesten Stand gebracht oder die Überwachung von Tierbeständen verbessert werden.
Der Experte betonte, für Menschen sei das Risiko einer Infektion bisher extrem gering. Allerdings sei das Virus mittlerweile weltweit im Wildgeflügel verbreitet. "Damit gibt es jetzt unendlich mehr Möglichkeiten der Übertragung und Anpassung an den Menschen. Diese Gefahr ist nicht zu unterschätzen", sagte Stöhr dem Blatt.
Stallpflicht im Saarland
Das Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz im Saarland berichtet in einer Meldung, dass ab dem 30.10.2025 eine Stallpflicht für Geflügel in Kraft tritt.
Das Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) hat am 29.10.2025 eine Allgemeinverfügung erlassen, um die saarländischen Zucht- und Hausgeflügelbestände sowie weitere gehaltene Vögel zu schützen. Bis eine schriftliche Aufhebung durch das LAV erteilt wird, gilt die Allgemeinverfügung.
Brandenburg: Woidke kündigt entschlossenes Handeln an
Nach dem Ausbruch der Vogelgrippe in Brandenburg hat Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke entschlossenes Handeln des Landes angekündigt. Brandenburg will sich im Bundesrat für eine Erhöhung der Entschädigung für betroffene Tierhalter*innen einsetzen.
Woidke: „Unsere Landwirtinnen und Landwirte dürfen mit den Folgen der Tierseuche nicht allein gelassen werden. Eine faire Entschädigung ist entscheidend, um wirtschaftliche Verluste abzufedern.“ Die betroffenen Tierhalter*innen sollen entsprechend des Tiergesundheitsgesetzes durch die Tierseuchenkassen entschädigt werden, laut einer Pressemitteilung der Staatskanzlei des Landes Brandenburg.
Die Bundesregierung hat Anfang September einen Gesetzentwurf mit Steigerung der Höchstsätze für Geflügel von 50 auf 110 Euro pro Tier vorgelegt. Brandenburg will sich im Bundesrat für eine Erhöhung der maximalen Entschädigung auf 110 Euro pro Tier, rückwirkend ab dem 01.10.2025 stark machen. Zudem werde vom Land geprüft, ob weitere finanzielle Unterstützungsmaßnahmen möglich seien und welche Risikoabsicherungen von Geflügelhalten bestehen oder zukünftig eingegangen werden könnten, um ökonomischen Schaden abzuwenden, berichtet die Staatskanzlei des Landes Brandenburg.
Zugleich dankte der Ministerpräsident allen Helfer*innen vor Ort sowie den Mitarbeiter*innen des Landesumweltamtes und des Landesforstbetriebes für ihren engagierten Einsatz. „Mein Dank gilt allen, die derzeit unermüdlich im Einsatz sind, um die weitere Ausbreitung der Vogelgrippe zu verhindern. Die Bergung und Untersuchung verendeter Wildvögel sind zentrale Bausteine, um die Seuche zu einzudämmen und Risiken für Nutztiere zu minimieren“, so Woidke.
Ministerin Mittelstädt betonte: „Wir wissen um unsere Verantwortung als Ministerium und stehen daher mit den Entscheidern und Akteuren in stetem Austausch. Nur gemeinsam lassen sich die richtigen Maßnahmen vor Ort umsetzen. Gerade deshalb war der heutige Austausch mit den Verbänden wichtig. Mit meinem neuen Staatssekretär Dr. Nickisch werde ich am Donnerstag im Linumer Bruch sein, um mir ein Bild von der aktuellen Situation zu machen und mich mit den Helfern vor Ort direkt auszutauschen. Wir stehen in der Landesregierung und im Land eng zusammen, um Krisen professionell zu meistern.“
Vogel gefunden – Was tun?
Fund von Singvögeln
Das Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung in Nordrhein-Westfalen (LAVE) erläutert auf seiner Webseite, dass der Fund von einzelnen toten Spatzen oder Amseln nichts Unnormales sei, da die Tiere zum Beispiel an Altersschwäche oder an Parasiten gestorben sein könnten. Nach bisherigen Erkenntnissen gehe von Singvögeln kein besonderes Risiko der Übertragung der Vogelgrippe aus, laut dem LAVE. Die verstorbenen Tiere sollten in der Natur belassen werden. Werden sie auf dem Privatgrundstück gefunden, dürfen die Vögel auch im Hausmüll (in der Restmülltonne) entsorgt werden.
Fund mehrerer oder großer Vögel
Werden jedoch viele tote Vögel an einem Ort, einzelne oder mehrere tote größere Vögel (z.B. Gänse, Schwäne, Enten oder Greifvögel) gefunden, sollte das zuständige Veterinäramt/die Kreisverwaltung oder das örtliche Ordnungsamt in Kenntnis gesetzt werden, so das LAVE. Finder*innen sollten die Tiere nicht anfassen. Das Vorliegen einer aviären Influenzavirusinfektion kann nur im Labor geklärt werden, berichtet das LAVE.
Auch die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) hat kürzlich noch einmal eindringlich davor gewarnt, tote oder kranke Wildvögel anzufassen oder gar mitzunehmen. Nach aktuellem Stand sei die Vogelgrippe für Menschen und Haustiere wie Hunde oder Katzen zwar ungefährlich, dennoch sei das Virus in einer sehr großen Virusmenge auch auf andere Arten übertragbar.
Zudem könnten Menschen das Virus zum Beispiel durch mit Vogelkot kontaminierte Schuhe weiterverbreiten. Es dient also dem Schutz anderer Vögel, wenn alle vorsichtig handeln, so die TiHo.
Meldung vom 27.10.2025, zuletzt aktualisiert am 24.02.2026.
Quellen (nach Angaben von):
TSIS - TierSeuchenInformationsSystem - Friedrich-Loeffler-Institut (tsis.fli.de)
Geflügelpest: Risiko für Ausbrüche in Haltungen steigt, bei Wildvögeln erstmals Kraniche auffällig (fli.de)
Geflügelpest in Nordrhein-Westfalen - Aktuelle Informationen zur "Vogelgrippe" (lave.nrw.de)
Instagram
Virologe Stöhr warnt angesichts der Vogelgrippe vor neuer Pandemie (presseportal.de)
Vogelgrippe im Saarland (saarland.de)
Woidke: „Brandenburg handelt entschlossen gegen Vogelgrippe" (brandenburg.de)
Ab heute gilt in Hamburg wieder die Stallpflicht - hamburg.de
Geflügel und Eier beliebt - Geflügelpest gefährdet heimische Betriebe (ffh.de)
Geflügelpest: Ausbruch in Mastbetrieb in der Samtgemeinde Fredenbeck (landkreis-stade.de)
Geflügelpest: Betrieb in der Samtgemeinde Oldendorf-Himmelpforten betroffen (landkreis-stade.de)
Geflügelpest: Auch Zoos und Tierparks müssen Vögel schützen (ndr.de)
Kranke Kraniche dürfen in mehreren Regionen getötet werden (zeit.de)
Immer mehr Kraniche erkrankt oder tot aufgefunden (landkreis-verden.de)
Geflügelpest: Jäger dürfen leidende Kraniche töten (landkreis-stade.de)
"Virus findet jede Lücke": Labore wegen Vogelgrippe am Limit (mdr.de)
Geflügelpest - Rainer dämpft Erwartungen an Impfungen (stern.de)
Vogelgrippe trifft vor allem Tiere in Stallhaltung (n-tv.de)
Geflügelpest breitet sich aus: Vogelgrippe ist Thema im Landtag Niedersachsen (sat1regional.de)
Statement von Landwirtschaftsministerin Staudte zur Aktuellen Stunde Geflügelpest im Landtag (ml.niedersachsen.de)
Bei der Bekämpfung der Vogelgrippe braucht es Führung – kein Zögern der Landesregierung (cdultnds.de)
Erster Todesfall durch seltene Vogelgrippe-Variante gemeldet (deutschlandfunk.de)
Erster bekannter H5N5-Infizierter ist tot (spiegel.de)
Zoos in Basel und Mulhouse impfen Tiere gegen Vogelgrippe (swr.de)
Vogelgrippe im Saarland Stallpflicht für Geflügel wird am Freitag, den 28. November, aufgehoben (saarland.de)
Presseinformation, Geflügelpest: Tauben tragen nicht zur Ausbreitung der Seuche bei (bmleh.de)
Katzen mit Vogelgrippe – was Haustierhalter beachten sollten (zeit.de)
Geflügelpest-Erreger bei Katzen in OPR festgestellt (ostprignitz-ruppin.de)
Vogelgrippe-Verdacht bestätigt - Zoo bleibt mit Einschränkungen geöffnet (zoo-leipzig.de)
Vogelgrippe erreicht den Augsburger Zoo – das sind die Auswirkungen (augsburger-allgemeine.de)
Gondwanaland und Pongoland wieder geöffnet (zoo-leipzig.de)
Aktuelle Risikoeinschätzung Geflügelpest/Vogelgrippe: Weiterhin hohes Risiko für Geflügelpest (fli.de)
Geflügelpest – Backhaus fordert offene Debatte über Impfstrategien (regierung-mv.de)
Aviäre Influenza: Tötung aller Krauskopfpelikane - Zoo bleibt geöffnet (zoo-leipzig.de)
Vogelgrippe bei Puten in Roxförde – 19.000 Tiere gekeult (zeit.de)
NRW-Umweltminister in Sorge um Störche -"Im Winterquartier in Spanien wütet Vogelgrippe" (presseportal.de)
Geflügelpest in einem Hühnerbestand im Landkreis Havelland nachgewiesen (mleuv.brandenburg.de)
Vogelgrippe-Virus bei totem Flamingo im Zoo Krefeld nachgewiesen (zookrefeld.de)
Störche aus Hamburg sterben in Spanien an der Vogelgrippe (spiegel.de)
Erstmals in diesem Winter Vogelgrippe in Dresden nachgewiesen (mdr.de)
Kreis hebt Allgemeinverfügung zur Geflügelpest auf – Aufstallpflicht entfällt / Keine amtlich festgestellten Fälle seit Anfang November (marburg-biedenkopf.de)
Bird flu antibodies found in cow in the Netherlands, a first outside of U.S. (science.org)
Vogelgrippe-Verdachtsfall im Zoo Osnabrück amtlich festgestellt (zoo-osnabrueck.de)
Ausbruch der Geflügelpest im Weltvogelpark amtlich festgestellt (heidekreis.de)
Update zum Ausbruch der Geflügelpest im Weltvogelpark – sämtliche Vögel des Geheges betroffen (heiderkreis.de)
Weltvogelpark Walsrode: Bislang keine Hinweise auf eine Ausweitung des Seuchengeschehens (heidekreis.de)
(IR/JD)


