Vet-NewsWie wir unsere Haustiere vor Hitze schützen können

Hohe Sommertemperaturen sind nicht nur für Menschen belastend – auch Haustiere leiden. Dieser Überblick zeigt, welche Tiere besonders gefährdet sind, wie Sie Symptome früh erkennen und im Notfall richtig handeln.

Thermometer in der Sommerhitze
OFC Pictures / stock.adobe.com

Die heißen Sommertemperaturen machen nicht nur uns Menschen zu schaffen, auch unsere Haustiere haben mit der Hitze zu kämpfen. Besonders gefährlich ist ein Hitzschlag (Hyperthermie), der im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein kann. Die Zahl der Fälle nimmt regelmäßig in den Sommermonaten zu.

Wann besteht erhöhte Hitzschlag-Gefahr bei Haustieren?

Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem für:

  • Tiere im Auto (auch bei kurzen Aufenthalten!)
  • Ältere oder geschwächte Haustiere
  • Übergewichtige Tiere
  • Haustiere mit Vorerkrankungen (z. B. Herzprobleme)
  • Brachyzephale Rassen (z. B. Mops, Bulldogge, Chihuahua, Perserkatze)
  • Tiere mit dichtem Fell oder fehlender Anpassung an Hitze
  • Haustiere in Käfigen ohne Kühlmöglichkeit
  • Stark aktive Tiere bei hohen Temperaturen

Wichtig!

Bereits nach 15–30 Minuten kann ein Auto lebensgefährlich überhitzen – auch bei geöffnetem Fenster.

Was sind Symptome eines Hitzschlags bei Hund, Katze & Co.? 

Frühzeitiges Erkennen ist entscheidend. Typische Anzeichen sind:

  • Starkes Hecheln
  • Vermehrter Speichelfluss
  • Erbrechen oder Durchfall (ggf. blutig)
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Krämpfe
  • Bewusstlosigkeit

Unbehandelt kann ein Hitzschlag zu Organversagen und Schock führen.

Was sind Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Hitzschlag beim Haustier?

Wenn ein Verdacht besteht, sofort handeln:

  • Sofort in den Schatten oder einen kühlen Raum bringen
  • Wasser anbieten (nur bei ansprechbaren Tieren)
  • Langsame Kühlung (feuchte Tücher unter das Tier, kein eiskaltes Wasser!)
  • Körpertemperatur kontrollieren, wenn möglich
  • Unverzüglich tierärztliche Hilfe aufsuchen

Wichtig!

Zu schnelle Abkühlung kann Kreislaufprobleme verschlimmern.


Achtung: Lebensgefahr im Auto

Wer keine Klimaanlage hat, sollte längere Fahrten mit Tieren im Auto auf die Morgen- und Abendstunden legen. Auch ein Stau kann durch die verringerte Durchlüftung bei Motorstillstand zur Gefahr werden!

In weniger als 30 Minuten kann die Temperatur in einem geschlossenen Auto einen kritischen Punkt erreichen.

  • Temperaturen im Auto steigen extrem schnell auf über 60 °C.
  • Auch Schatten oder gekippte Fenster helfen nicht ausreichend.
  • Stau oder fehlende Luftzirkulation erhöhen das Risiko zusätzlich.

Achtung!

Tier sollten niemals im Auto zurückgelassen werden. Auch nicht für wenige Minuten! Geöffnete Fenster und Parken im Schatten reichen nicht aus!


Tipps: So schützen Sie Haustiere im Sommer

In der warmen Jahreszeit haben Heimtiere das Bedürfnis nach Abkühlung. Je nach Tierart gibt es unterschiedliche Möglichkeiten für eine „Sommerfrische“:

Hunde

  • Spaziergänge in die frühen Morgen- oder Abendstunden verlegen
  • Anstrengung vermeiden (kein exzessives Spielen)
  • Immer ausreichend Wasser bereitstellen

Katzen

  • Frisches Wasser jederzeit verfügbar
  • Nassfutter in kleinen Portionen geben (verdirbt schnell)
  • Kühle Rückzugsorte schaffen

Heimtiere

  • Frisches Grünfutter und sauberes Wasser zur Verfügung stellen (ggf. Anzahl der Trinkflaschen verdoppeln)
  • Schattenplätze und kühle Rückzugsorte ermöglichen

Vögel

  • Bademöglichkeit anbieten, ggf. sanfte Dusche mit handwarmem Wasser aus der Sprühflasche
  • Regelmäßige Kontrolle des Wasservorrats/Trinkautomats

Quelle:
Vetmeduni: Hitzetage: So schützen Sie Ihr Haustier. 21.06.2023

Beitrag zuletzt aktualisiert am: 20.6.2026.

(JD/Lö) 

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