Intoxikationen beim PferdVergiftung durch Eibe – Symptome erkennen und behandeln

Pferde sollten besser keinen Kontakt mit Eiben haben, denn die Pflanze ist für die Vierbeiner giftig. Insbesondere im Herbst kommt es häufig zu Intoxikationen.

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Nahaufnahme von einer Eibe. Im Bildausschnitt ist die Spitze von einem Ast einer Eibe. An dem Ast sind viele grüne Nadeln. Außerdem hängen die roten Früchte der Eibe an dem Ast.
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Alle Bestandteile der Pflanze sind giftig, insbesondere die Nadeln. - Symbolbild

Die Eibe (Taxus baccata) gehört zu den Pflanzen, welche am häufigsten bei Pferden mit Vergiftungen beteiligt sind. Besonders im Herbst treten Vergiftungen mit Taxus baccata auf, da zu dieser Zeit die Giftkonzentration in den Nadeln am höchsten ist. Allerdings sind nicht nur die Nadeln gifitg, sondern alle Pflanzenteile. In der Pflanze sind potente Herzgifte enthalten. Bei der Aufnahme von Taxus baccata werden die Na+- und Ca++-Kanäle durch die kardiotoxischen Alkaloide Taxin A und B geblockt.

Jahreszeit

Vergiftungen durch die Eibe treten beim Pferd vermehrt im Herbst auf. Die Nadeln der Pflanze enthalten zu dieser Jahreszeit die maximale Giftkonzentration. Die für ein Pferd tödliche Menge liegt bei 150g Nadeln pro Tier.

Symptome einer Vergiftung

Die zentralen Symptome einer Intoxikation sind Krämpfe und Kollaps, der Verlauf endet bei einer Aufnahme von 100–200 g Nadeln/Tier letal. Der Tod tritt unter Taumeln, Stöhnen oder Krämpfen ein.

Durch die Wirkung der kardiotoxischen Alkaloide Taxin A und B wird die Membranleitfähigkeit der Kardiomyozyten beeinflusst. Folge ist die Verlängerung der AV-Leitungszeit bis zu einem AV-Block 2. und 3. Grades, QRS-Verbreiterung und die Störung der Reizleitung von myelinhaltigen Axonen. Ein vollständiger diastolischer Herzstillstand und Atemlähmung können daraus resultieren.

Weitere mögliche Symptome: 

  • Agitatio
  • Ataxie
  • Muskeltremor
  • Bradykardie
  • Dyspnoe
  • Seitenlage
  • Konvulsionen
  • Kollaps

Symptome bei einem protrahierten Verlauf:

  • Unruhe
  • Kolik
  • Diarrhö
  • Hypotension
  • Mydriasis 

Therapie

Zur Therapie sollte zeitnah eine Magenspülung erfolgen. Zudem ist die Gabe von Aktivkohle mit einer Nasenschlundsonde empfohlen. Außerdem sollte ein Flüssigkeits- und Elektrolytersatz erfolgen.

Bei Bradykardie und AV-Block wird Atropinsulfat gegeben. Lidocain kommt bei ventrikulärer Tachyarrhythmie und Kammerflimmern zum Einsatz.

Die Originalbeiträge zum Nachlesen:
Kupper J, Naegeli H, Wehrli Eser M, Wann ist bei Pferden eine Vergiftung eine Vergiftung? pferde spiegel 2010; 13(2): 50-54 DOI: 10.1055/s-0030-1250037
Giftpflanzen. In: Coenen M, Vervuert I, Hrsg. Pferdefütterung. 6., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Thieme; 2019.

(IR)