TierschutzDeutscher Tierschutzbund: Aktueller Tollwutfall ist ein Weckruf

Anlässlich des kürzlich aufgetretenen Tollwutfalls in Deutschland appellieren Tierschützer*innen an die Bundesregierung und weisen auf die Gefahr von illegalen und unseriösen Tierimporten hin.

Ein kleiner, brauner Mischlingshundewelpe trägt ein lila Geschirr und sitzt mit großen Augen in einem Park.
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Hunde aus illegalen und unseriösen Tiertransporten leiden oft unter Krankheiten.

Der Deutsche Tierschutzbund reagiert mit großer Besorgnis auf den jüngsten Tollwutfall bei einem Hund. Der Vorfall verdeutlicht auf dramatische Weise die Gefahr von illegalen und unseriösen Tierimporten. In einem Brief an Bundesminister Alois Rainer macht der Deutsche Tierschutzbund auf die Risiken genauso wie auf die resultierende Belastung der Tierheime aufmerksam. Im Namen seiner 750 angeschlossenen Tierschutzvereine und 550 Tierheime fordert der Deutsche Tierschutzbund von der Bundesregierung Maßnahmen, um den unzureichend geregelten Tierhandel zu regulieren und die Situation der Tierheime nachhaltig zu verbessern.

Dringender Weckruf

„Der aktuelle Tollwutfall ist ein dringender Weckruf“, erklärt Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. „Die Gefahr durch illegale und unseriöse Tierimporte ist keine theoretische, sondern eine sehr reale Bedrohung für die Gesundheit von Mensch und Tier. Gleichzeitig sehen sich die ohnehin schon überlasteten Tierheime mit beschlagnahmten Tieren aus illegalem Handel und Tieren aus unseriösem Auslandstierschutz konfrontiert. Deutschland darf sich nicht auf bestehenden Regularien ausruhen. Die Bundesregierung muss entschlossen und zeitnah handeln.“

Der Deutsche Tierschutzbund fordert unter anderem eine strikte Regulierung des Onlinehandels mit Tieren, eine Sachkundepflicht für private Tierhalter*innen, weitere Importregelungen und eine sofortige Bereitstellung von zusätzlichen Geldern für die Tierheime. Der Verband plädiert zudem dafür, die Arbeit des von der vorherigen Bundestierschutzbeauftragten initiierten Runden Tisches zur Lage der Tierheime wieder aufzunehmen.

Illegaler Tierhandel verursacht große Probleme

Hunde und Katzen aus Vermehrerzuchten im Ausland werden häufig viel zu jung und ohne die erforderlichen Impfungen und Papiere importiert. Die meist kranken Welpen werden nach einer Beschlagnahmung durch die Behörden auf deutsche Tierheime verteilt. Auch Tiere, die durch unseriös arbeitende Vereine aus dem Ausland nach Deutschland gebracht und unmittelbar an ihre neuen Halter*innen übergeben werden, werden häufig zur Belastung für die hiesigen Tierheime: Wenn keine Quarantäne stattfindet und sich Tier und Mensch vorab nicht kennenlernen können, entpuppen sich manche Tiere nach der Vermittlung als krank oder zeigen unerwünschtes Verhalten. Wenn sich die vermittelnden Vereine dann ihrer Verantwortung entziehen, sind Tierheime die einzigen Anlaufstellen, die sich der Tiere annehmen.

Quelle (nach Angaben von):

„Tollwutfall ist Weckruf“

(JD)