
Seit über einem halben Jahr grassiert in Frankreich die hochansteckende Lumpy-Skin-Disease (LSD). Um die Einschleppung der Tierseuche in die Schweiz zu verhindern, hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) nun entschieden, die Sömmerung von Rindern in Frankreich für die Saison 2026 zu verbieten. So soll der schweizerische Rinderbestand nachhaltig geschützt werden.
Dem Entscheid gingen ausführliche Gespräche mit den kantonalen Veterinärdiensten und der betroffenen Branche voraus. Von der Maßnahme betroffen sind rund 260 Betriebe mit insgesamt etwa 6000 Rindern, hauptsächlich in der Westschweiz.
Begleitung und Unterstützung der betroffenen Betriebe
Das Verbot der Sömmerung in Frankreich stellt für die betroffenen Tierhaltenden eine große Herausforderung dar und erfordert organisatorische und wirtschaftliche Anpassungen. Aus diesem Grund wurde der Entscheid frühzeitig und mit Unterstützung der kantonalen Behörden sowie im engen Austausch mit den Landwirtschaftsorganisationen gefällt, damit die betroffenen Betriebe die Sömmerungssaison 2026 unter den bestmöglichen Bedingungen planen können.
Die Branchenverbände werden die Tierhaltenden bei der Suche nach Sömmerungslösungen auf Schweizer Boden begleiten und unterstützen. Das BLV steht dabei im Rahmen seiner Zuständigkeiten für den fachlichen Austausch zur Verfügung und bleibt in engem Kontakt mit den betroffenen Akteuren.
Das BLV und das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) haben geprüft, ob für die betroffenen Tierhaltenden eine Entschädigung möglich ist. Eine solche Regelung setzt jedoch eine entsprechende rechtliche Grundlage voraus, die in diesem Fall nicht besteht.
Zusätzliche Präventionsmaßnahmen
Als zusätzliche Schutzmaßnahme werden in den derzeitigen Impfzonen, das heißt im Kanton Genf sowie in Teilen der Kantone Waadt und Wallis, alle Rinder, Büffel und Bisons bis Ende Frühling 2026 eine Auffrischungsimpfung erhalten. Tierhaltende sind verpflichtet, jeden Verdachtsfall sofort ihrer Tierärztin oder ihrem Tierarzt zu melden. Der Bund übernimmt die Kosten für den Impfstoff, die Kantone jene für die Durchführung der Impfung. Für die Tierhaltenden entstehen keine Kosten.
Hintergrund
Die Lumpy-Skin-Disease ist Ende Juni 2025 das erste Mal in Frankreich aufgetreten. Mit dem nahenden Ende der vektorfreien Periode (Zeit im Winter, in der krankheitsübertragende Insekten kaum aktiv sind) muss auch in diesem Jahr mit erneuten Ausbrüchen gerechnet werden. Deshalb birgt die Sömmerung von Schweizer Rindern in Frankreich in der Saison 2026 ein erhebliches Risiko. Vor diesem Hintergrund hat das BLV entschieden, die Sömmerung von Rindern in Frankreich für die kommende Saison zu untersagen.
Zur Krankheit
Die Dermatitis nodularis (Lumpy Skin Disease, LSD) ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die Rinder, Büffel und Bisons befällt. Sie wird hauptsächlich durch Stiche von Fliegen und Mücken übertragen. Betroffene Tiere haben Fieber und sind apathisch, auf der Haut bilden sich Knoten. Die Krankheit verläuft selten tödlich, kann aber erhebliche wirtschaftliche Einbußen verursachen. Die Krankheit stellt keine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar und ist nicht auf den Menschen übertragbar.
Quelle (nach Angaben von):
Lumpy-Skin-Disease: Verbot der Sömmerung von Rindern in Frankreich für die Saison 2026
(JD)


